Windstreit zwischen Nord und Süd

Lange Zeit lag das Augenmerk des Diskussionsbedarfs in der Bundesrepublik auf der Solarenergiebranche. Die Kürzungen der Solarförderung zu Beginn des Jahres führten zu einem Aufschrei in der Branche direkt und brachten eine massive Diskussion ins Rollen. Die Windkraft kam in dem ganzen Durcheinander recht glimpflich davon und konnte sich nach Belieben ausbreiten.

Dass die Branche dies eher an den deutschen Küsten als im süd- und mitteldeutschen Binnenland tat, überraschte dabei niemanden, denn schließlich sollten Windräder ja auch dort gebaut werden, wo am meisten Wind weht, und das ist zweifellos an der Küste der Fall.

Nun wird die Windbranche jedoch von der Realität eingeholt. Grund dafür ist die Debatte um die Erhöhung der EEG Umlage und die damit verbundene Kostensteigerung für die Endkunden, die Stromverbraucher. Die süddeutschen Bundesländer verlangen nun, bei der Förderung für Windkraft bevorteilt zu werden, da ihnen weniger gute Voraussetzungen im Vergleich zu den norddeutschen Ländern gegeben sind, bei denen es ohnehin schon in der Kasse klingelt.

Im Moment erhalten die Betreiber von Windrädern deutschlandweit 9 Cent pro Kilowattstunde, doch Experten haben nun berechnet, dass der Windkraftstrom im Norden bereits für 5 bis 7 Cent wirtschaftlich erzeugt werden könne. Es muss dringend zu Einsparungen kommen, so sehen es Insider, damit die Kosten für die Verbraucher am Ende nicht explodieren.

Wenn man logisch vorginge, so würde man also die Vergütung für die norddeutschen Windbauern kürzen, die von einer solchen Möglichkeit allerdings nichts hören wollen. Egal, zu welcher Entscheidung man letztendlich kommt, es wird wohl noch eine Weile dauern, denn im kommenden Wahlkampf für die Bundestagswahlen im nächsten Jahr werden sich Bundesumweltminister Altmaier und Co davor hüten, über das EEG und dessen Zukunft zu entscheiden.

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