Wie ist der aktuelle Stand hinsichtlich der Förderung von Wallboxen?

Momentan ist die Wallbox Förderung in Deutschland noch nicht sonderlich weit fortgeschritten. Der Bund zum Ausbau der Ladeinfrastruktur ist bislang nur auf öffentlich zugängliche Ladestationen konzentriert. Private Ladestationen sind bis jetzt nicht stark gefördert worden. Laut dem Bundesverband für Energie- und Wasserwirtschaft gab es Ende 2018 insgesamt mehr als 16.100 Ladestationen in Deutschland. Bundesweit sind es etwa 8000 öffentliche Ladesäulen, so das Wirtschaftsministerium.

Wann kommt die Wallbox Förderung?

Bislang ist die Förderung noch nicht einheitlich geregelt, jedoch wird sie in der Politik diskutiert. Bundesjustizministerin Katarina Barley möchte Eigentümern und Mietern die Errichtung von Ladestationen erleichtern. Um den Ausbau privater Ladestationen voranzubringen, forderte Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer im April 2019 eine Milliarde Euro für den Haushalt 2020. Der Staat soll bis zu 50 Prozent der Kosten zum Ausbau von gewerblichen und privaten Ladestationen übernehmen. Der Grund dafür ist, dass zwischen 75 und 85 Prozent aller Elektrofahrzeugbesitzer ihr Fahrzeug zuhause oder am Arbeitsplatz laden.

Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) und die Grünen begrüßen Scheuers Ankündigung in Bezug auf die Wallbox Förderung. Allerdings verlangten sie gleichzeitig weitere Schritte. Grünen-Fraktionsvize Oliver Krischer ist der Meinung, dass zunächst die bürokratischen Hemmnisse für Ladesäulen in Tiefgaragen und auf Parkplätzen beseitigt werden müssen.

Um die Wallbox Förderung zu ermöglichen müssen Anpassungen der Richtlinie zur Gebäudeeffizienz für Wohngebäude, das Mietrecht und Wohnungseigentumsrecht getroffen werden. Auch müssen die Bauordnungen und Garagenverordnung angepasst werden. Bisher sind jedoch die rechtlichen Hürden für Mieter und Eigentümer noch relativ hoch. Ein Eigentümer kann beispielsweise nur dann eine Ladestation aufstellen, wenn alle anderen Eigentümer der Gemeinschaft dem auch zustimmen. Zusätzlich kann der Vermieter einer Mietimmobilie den Bau einer Ladestation verweigern.

Wallbox Förderung durch die KfW

Die KfW-Bank (Kreditanstalt für Wiederaufbau) führt ein Förderprogramm, bei dem unter anderem auch Ladestationen bezuschusst werden. Dabei werden etwa Dächer saniert oder Heizungen ausgetauscht und vorab die Förderfähigkeit von einem Energieberater durch die KfW bestätigt. Dadurch können 10 bis 30 Prozent der Baukosten, inklusive Wallbox, erstattet werden. Auch vergünstigte Kredite sind dabei möglich.

Förderung durch Kommunen und Energieversorger

Manche Energieversorger zahlen Prämien an Kunden aus, die sich ein neues Elektroauto kaufen oder bieten sogenannte Komplettpakete an, die unter anderem Wallboxen und ihren Einbau beinhalten.

Dazu zählen Städte wie Düsseldorf, die einen Zuschuss von 500 Euro für Wallboxen bei Bezug von Ökostrom oder vorhandener Solaranlage geben. München bezuschusst Montage und Installation einer Ladestation mit 40 Prozent der Kosten. Jena zahlt 300 Euro Zuschuss beim Kauf oder bei Pacht einer Wallbox. Und Mainz bezuschusst eine E-Ladestation mit 400 bis 600 Euro.

Wieso eine staatliche Wallbox Förderung nötig ist

Die Gesamtsituation wird sich erst zum Besseren verändern, wenn der Bund als Gesetzgeber vorausgeht. Jedoch folgten auf die Versprechen des Koalitionsvertrags der CDU und SPD bislang keine Taten.

Mehr Informationen zu diesem Thema können dem großen Guide zur Anschaffung und Nutzung einer Wallbox entnommen werden.

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