Wie hoch sind konventionelle Energieträger subventioniert?

Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) und seine europäischen Schwestergesetze stehen gern in der Kritik eine Übersubventionierung grüner Energie zu verursachen und damit den Energiemarkt negativ zu beeinflussen, so beispielsweise durch Wettbewerbsverzerrungen und Benachteiligung anderer Energieträger.

Doch nur selten werden auch die konventionellen Energieträger betrachtet, obwohl bekannt ist, dass Subventionen für Kohle- Gas- Öl- und Atomstrom auf dem europäischen Energiemärkten zur Tagesordnung gehören.

Zudem existieren Studien die aufzeigen, wie hoch die direkten und indirekten Subventionen für konventionelle Energieträger sind. Sogar die europäische Kommission hat die Zahlen, unter Federführung von EU-Energiekommissar Günter Öttinger, veröffentlicht. Dabei zeigt sich, dass die erneuerbaren Energien weitaus weniger subventioniert werden als die übrigen Energieträger.

100 Milliarden Euro Subventionen in nur einem Jahr

Das Papier der EU-Kommission errechnete Subventionen für Kohle- und Gaskraftwerke in Höhe von 26 Milliarden Euro, bei den Atomkraftwerken wurden 35 Milliarden Euro veranschlagt. Zusätzlich kommen Gesundheitsfolgekosten in Höhe von 40 Milliarden Euro bei den fossilen Kraftwerken hinzu.

So ergibt sich, obwohl Umwelt- und Versicherungsfolgekosten nicht einbezogen wurden, eine Subventionssumme von rund 100 Mrd. Euro für konventionelle Energieträger. Dagegen sind die erneuerbaren Energien mit rund 30 Mrd. Euro Subventionen eher bescheiden ausgestattet.

„Überförderung bei erneuerbaren Energien anzuprangern, aber den Supergau der Übersubventionierung von Kohle-, Gas- und Atomkraftwerken, die mehr als drei Mal so hoch ist, aus dem Auge zu verlieren ist überaus unglaubwürdig“, so IG Windkraft Österreich Chef Stefan Moidl. „Die Industrie ist nicht benachteiligt durch die Energiewende, sondern sie profitiert von den niedrigen Strompreisen und partizipiert am Ausbau der erneuerbaren Energien mit.“, so Moidl weiter.

Bezogen auf das kürzlich geäußerte Statement von Österreich Energie Präsident Wolfgang Anzengruber meint Moidl: „„Angesichts dieser klaren Benachteiligung der erneuerbaren Energien ist es wirklich verwunderlich, wie Anzengruber als neuer Präsident von Österreichs Energie bei erneuerbaren Energien von Überförderung spricht, die Subventionen bei Kohle- und Gaskraftwerken aber verschweigt.

Dieses Schlechtmachen des Ausbaus von Ökostrom sind wir von den großen Atomkonzernen und der Kohleindustrie gewohnt. Aber für mich ist erschreckend, dass Anzengruber nichts besseres zu tun hat, als in Brüssel solche Halbwahrheiten zu verbreiten und den erfolgreichen Weg des österreichischen Ökostromausbaus bewusst schlecht zu machen.“

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