Weichenheizung – Neues Energiesparkonzept für Schienenwege

Weichenheizung durch Erdwärme

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Weichenheizung

Dass sich die Anlagen zur Nutzung der Erdwärme immer weiter ausbreiten, das ist inzwischen keine weltbewegende Neuigkeit mehr. Interessant ist aber, dass es den Forschern des ZAE, also des Zentrums für angewandte Energieforschung in Bayern, inzwischen gelungen ist, ein schlichtes System für die Beheizung von Weichen mit Erdwärme zu entwickeln. Dadurch könnten größere Mengen an Elektroenergie und Gas gespart werden, die bisher zum Beheizen der Weichen verwendet worden sind. Allein beim Strom beläuft sich die derzeit dafür von der Deutschen Bahn benötigte Energiemenge auf 230 Gigawatt pro Jahr.

Wie funktioniert die Weichenheizung

Für die modernere und umweltfreundlichere Weichenheizung ist eine Bohrung notwendig, die je nach Lage zwischen dreißig und hundert Metern in die Tiefe reichen muss. Dort hinein wird ein druckfestes Rohr verbracht, das mit Kohlendioxid befüllt wird. Dabei macht man sich zunutze, dass das Kohlendioxid sich bei Kälte verflüssigt und bei der Zufuhr von Wärme verdampft. Das gasförmige Kohledioxid steigt in dem geschlossenen Rohr nach oben und wärmt die Weiche. Dieser Kreislauf läuft vollständig wartungsfrei, da er sich in Abhängigkeit von der jeweiligen Temperatur der Weiche selbst in Gang setzt und auch automatisch wieder zum Stillstand kommt.

Wo kann die Weichenheizung eingesetzt werden

In den Praxistests muss jetzt allerdings noch unter Beweis gestellt werden, ob das System auf akute Temperaturschwankungen schnell genug reagieren kann. Nur das würde den Aufwand der Installation wirtschaftlich wirklich lohnenswert machen. Hier dürfte sich auch die prognostizierte Nutzungsdauer von etwa zwanzig Jahren positiv bemerkbar machen. Theoretisch kann die Weichenheizung nicht nur bei der Deutschen Bahn, sondern auch im Bereich des schienengebundenen Nahverkehrs in den Städten zum Einsatz kommen, wobei hier bereits alternative Beheizungen über die Wärme des Abwassers an einigen Stellen verwendet werden.

Quellen:

Foto: Fabian Grunder; Wikipedia

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