Was private Bauherren über Photovoltaikanlagen wissen müssen

Nachfolgend erhalten Eigenheimbesitzer und Bauherren grundlegende Informationen rund um die Erzeugung von Solarstrom und dessen Einspeisung in das Netz. Basierend auf diesen Daten lässt sich leichter ermitteln, ob die Installation einer Anlage in Frage kommt.

Der Photovoltaikmarkt hat in den vergangenen Jahren ein ungemein starkes Wachstum erhalten. Unzählige Anlagen wurden auf privaten Hausdächern installiert, um die Energiewende voranzutreiben. Insgesamt kann Deutschland auf eine installierte Gesamtleistung von 25.000 Megawatt blicken, was letztlich einer Energiemenge entspricht, die 18 Atomkraftwerke zur Verfügung stellen müssten.

Das starke Wachstum geht auf verschiedene Ursachen zurück. Neben den ökologischen Aspekten, die Solaranlagen auf Hausdächern bieten, ist es vor allem die finanzielle Förderung vom Staat, welche die Erzeugung von Solarstrom maßgeblich angeheizt hat. Aber auch die Denkweise der Bürger hat sich verändert, noch nie zuvor wurde dem Thema Nachhaltigkeit eine so hohe Bedeutung entgegengebracht.

Daher ist es nicht überraschend, dass viele Hauseigentümer ihre Objekte nachträglich mit Solaranlagen ausstatten. Bei den Bauherren setzt mittlerweile jeder zweite von Beginn an auf die Solartechnologie – wenn auch angemerkt werden muss, dass sich viele Solarthermieanlagen darunter befinden.

Angesichts dieser Entwicklung überrascht es nicht, dass ein großes Interesse an der Solartechnologie besteht und daher immer mehr Bürger mit dem Gedanken spielen, ebenfalls der Fraktion der Solaranlagenbesitzer beizutreten. Allerdings fällt die Entscheidung nicht immer leicht, da viele Interessenten nicht besonders viel über Solaranlagen wissen und deshalb gewisse Zweifel haben. Aus genau diesem Grund werden in den folgenden Abschnitten die wichtigsten Grundinformationen rund um das Thema Photovoltaik wiedergeben.

Photovoltaikstrom wird eingespeist

Häufig unterliegen Interessenten dem Irrtum, sie müssten ihren erzeugten Strom selbst verbrauchen. Theoretisch ist diese Möglichkeit zwar gegeben, allerdings gestaltet sich die technische Umsetzung noch schwierig. Deshalb wird der Strom vorrangig produziert, um ihn in das örtliche Stromnetz einzuspeisen und somit eine Vergütung zu erhalten.

In den kommenden Jahren könnte sich die Situation allerdings ändern. Schon jetzt werden bei neu installierten Photovoltaikanlagen nur noch 90 Prozent des Stroms vergütet, die restlichen 10 Prozent hat der Erzeuger selbst zu verwerten oder alternativ gratis in das Netz einzuspeisen. Doch gerade die Verwertung gestaltet sich schwierig. Mit Akkusystemen, die den Strom zwischenspeichern, soll dieses Problem gelöst werden.

Für den eingespeisten Strom erhält der Versorger die so genannte Einspeisevergütung für Photovoltaikanlagen. Diese wurde aufgrund des Solarbooms bereits deutlich gekürzt. Diesen Monat werden neue Anlagen (bis 10 KW Peakleistung) mit 14,63 Cent je Kilowattstunde vergütet. Monat für Monat nimmt die Vergütung jedoch ab, ab Dezember gibt es nur noch 12,34 Cent je Kilowattstunde. Die Einspeisevergütung, die bei der ersten Einspeisung gezahlt wird, gilt allerdings dauerhaft bzw. für die nächsten 20 Kalenderjahre.

Handhabung der Einnahmen

Bei Interessenten kommt häufig die Frage auf, ob sie die erzielten Einnahmen versteuern müssen. Wer auf steuerfreie Einnahmen hofft, wird enttäuscht: Einnahmen aus der Einspeisung von Strom sind steuerpflichtig. Deshalb müssen die Anlagenbetreiber ein Gewerbe anmelden, in der Regel werden Einzelunternehmen oder Gesellschaften des bürgerlichen Rechts (GbR) gegründet.

Zinskosten und Abschreibungen auf die Anlagentechnik dürfen gegengerechnet werden. Für die Erstellung eines entsprechenden Geschäftsabschlusses empfiehlt es sich, einen Steuerberater zu engagieren. Versteuert wird am Ende der ermittelte Gewinn – und zwar zum persönlichen Steuersatz.

Lohnt sich die Installation von Photovoltaikanlagen noch?

In Anbetracht der sinkenden Einspeisevergütung stellen sich viele Personen die Frage, ob sich die private Erzeugung von Solarstrom noch rechnet. Allerdings ist diese Frage nicht so leicht zu beantworten, da es ganz auf die jeweilige Ausgangssituation ankommt. So spielt vor allem die Ausrichtung des Gebäudes eine bedeutsame Rolle. Ist eine Dachseite ideal nach Süden ausgerichtet, locken weiterhin gute Einnahmen. Doch je größer die Abweichung, desto mehr lässt die Attraktivität der Photovoltaiktechnik nach.

Interessenten sollten sich daher mit einem Fachmann in Verbindung setzen, der das Dach direkt vor Ort begutachtet und anschließend berechnet, mit welcher Solarleistung zu rechnen ist. Auf Basis einer solchen Ermittlung lässt sich sagen, ob sich ein Solar-Engagement am Ende auszahlt.

Im Übrigen sollten die finanziellen Mittel vorhanden sein. Wer zum Beispiel ein Eigenheim errichtet und ohnehin schon knapp finanziert bzw. alle finanziellen Mittel ausgereizt, sollte sich gut überlegen, ob eine Solaranlage tatsächlich sein muss. Womöglich ist es dann besser, das Risiko zu begrenzen, indem auf die Anlage verzichtet und somit kein zusätzlicher Kredit aufgenommen wird.

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