Warten auf den Offshore-Bau

Die Offshore-Windanlagen vor den deutschen Küsten spielen bei der Energiewende keine unwichtige Rolle. Doch der Ausbau und vor allem die Anbindung der Windparks auf hoher See an das Festland verzögern sich und lassen damit nicht nur die Stromkunden warten, die möglicherweise in einigen Jahren, nach dem Abschalten der meisten Atomkraftwerke in der Bundesrepublik, auf den Strom, der auf dem Meer produziert wird, angewiesen sind, sondern auch die Häfen.

Die Infrastruktur der großen deutschen Nord- und Ostseehäfen muss pünktlich zur Inbetriebnahme der Windparks diesen angepasst werden. Der Bau von noch weiteren Windanlagen auf beiden deutschen Meeren ist bereits in Planung und an diese würden sich auch die Häfen gerne halten. Noch müssen sie sich jedoch gedulden, denn solange noch keine endgültigen Zulassungen und Lösungen des Anbindungsproblems feststehen, bringt es nichts, die Häfen dementsprechend auszubauen.

Der Plan der Bundesregierung war es an sich, bis zum Jahr 2020 insgesamt 2000 Windkraftanlagen vor den deutschen Küsten errichten zu lassen, die eine Gesamtleistung von 10 Gigawatt Strom produzieren sollten. Derzeit wird jedoch nur an 120 Anlagen gebaut und keiner scheint so recht zu wissen, wann und wie es weitergeht. In der Nordsee stehen bis zum jetzigen Zeitpunkt 40 fertige Windanlagen, doch die ausreichende Abführung des Stroms, der dort produziert wird, bereitet noch immer Probleme.

Drei Offshore Terminals an Nord- und Ostsee sind bisher in  Planung. Diese sollen dann als Basishäfen für die Verschiffung und Zulieferung von Fundamenten, Rotoren und Turbinen dienen. Für jedes einzelne Terminal ist eine Investition von rund 200 Millionen Euro nötig. Die Häfen haben jedoch keine ausreichende Planungssicherheit, um die Infrastruktur zu investieren, solange keine konkreten Angaben bestehen, wie viele Anlagen auf hoher See tatsächlich gebaut werden sollen.

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