Versorgungssicherheit gewährleisten: Neue Stromleitung soll helfen

Mit dem Ausbau der erneuerbaren Energieversorgung und der daraus resultierenden Abschaltung vieler konventioneller Kraftwerke, stellen sich die Übertragungsnetzbetreiber immer wieder die Frage wie man trotzdessen ausreichend Versorgungssicherheit und Netzstabilität erreichen kann. Vor allem in den Wintermonaten spitzt sich die Lage aufgrund der erhöhten Nachfrage nach Strom immer wieder zu. Eine neue Nord – Süd Stromleitung von Hamburg nach Schwerin soll nun für mehr Entlastung sorgen. Unterdessen sorgen Entscheidungen in anderen Regionen für eine Verschärfung der Lage.

Verfügbarkeitsdifferenzen und Netzstabilität

Besonders kritisch sind Situationen in denen ein Nord – Süd Ungleichgewicht herrscht. So passiert am 25. und 26. März diesen Jahres. Ausgangspunkt war eine vergleichsweise hohe Einspeisung von Photovoltaik – und Windkraft im Norden Deutschlands und fehlenden Ausgleichskapazitäten im Bereich konventioneller Kraftwerke im Süden Deutschlands. Resultat derartiger regional sehr unterschiedlicher Netzauslastungen bringen Frequenzunterschiede und strapazieren das gesamte Netz. Um einen ausgeglichenen Betrieb zu gewährleisten mussten im Süden einige Reservekraftwerke zugeschaltet werden. Doch warum fehlen im Süden eigentlich ausreichende konventionelle Puffer für derartige Situationen?

Politisch unüberlegte Entscheidungen

Exemplarisch sei folgende Entscheidung genannt. Aus „immissonsschutzrechtlichen Gründen“ wurde das Kohlekraftwerk Staudinger I durch das Darmstädter Regierungspräsidium stillgelegt und fehlt nun. Doch warum fehlt es überhaupt? Durch die massenweise Abschaltung von Atomkraftwerken werden fossile Kraftwerke als Brücken – und Übergangstechnologien, vor allem im Süden der Republik gebraucht. Grund dafür ist, dass insbesondere in dieser Region noch kein flächendeckender Ausbau an erneuerbaren Energien vorherrscht und damit ohne fossile Kraftwerke keine Versorgungssicherheit gewährleistet werden kann. So warnt die Bundesnetzagentur davor, dass derartige Entscheidungen unberechenbare Spannungsbelastungen und Belastungen in den Nord – Süd Stromleitungen hervor rufen können. Zentrales Anliegen der Bundesnetzagentur ist deshalb ein zügiger Netzausbau. Denn nur mittels diesem ließe sich in Zukunft das Risiko für regionale, wenn nicht gar flächendeckende Blackouts weiterhin so gering halten. Vor allem der Winter bleibt risikoreich. Deutliche Bilanzkreisabweichungen über den Jahreswechsel müssen handelbar bleiben.

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