Stromsparen in Unternehmen – Rituale für Zuhause

Seit fast 30 Jahren liegt der Endenergieverbrauch in Deutschland stabil bei ca. 2.500 Terawattstunden (TWh), also 2,5 Brd. Watt pro Jahr, wobei seit 2014 ein stetiger Aufwärtstrend zu beobachten ist. Industrien und Gewerbe sind hierbei die größten Verbraucher und schlagen mit knapp 45% zu Buche.

Diese Sektoren haben zudem einen überproportionalen Strombedarf. Dies erklärt sich dadurch, dass vor allem erneuerbare Energien fossile Brennstoffe mehr und mehr ersetzen. Doch wie ist es möglich, dass in Zeiten fortschreitender Digitalisierung, bei der in jeder Steckdose ein Smartphone mit Ladekabel steckt, der gesamte Energieverbrauch relativ stabil bleibt?

Die Antwort lautet Energieproduktivität, denn diese erlebt ein stetiges Wachstum. Sie bezeichnet die Effizienz der verbrauchten Energie in Anbetracht auf die Menge der wirtschaftlichen Leistungen (z.B. hergestellte Produkte oder gelieferte Dienstleistung), die bei einem bestimmten Energieeinsatz erzeugt wurden. Da die Produktionsmengen jedoch insgesamt gestiegen sind, bedeutet dies einen gleichbleibenden Energieverbrauch.

Der geplante Umstieg auf erneuerbare Energien bedeutet jedoch auch eine Verschiebung der genutzten Energieträger: Kohle und Öl weichen hier dem Strom. Gas bleibt weiterhin eine wichtige Energiequelle und wird in der Industrie vor allem für die Beheizung von Gebäuden verwendet. Wie gelingt es Unternehmen, ihre eigene Energieproduktivität zu steigern und was können auch wir für unsere Haushalte daraus lernen?

Transparenz hilft beim Sparen

Vom Geld kann man lernen! Wer hier auf sein Ausgebeverhalten achten will, der setzt auf gute Buchführung. Dies funktioniert auch beim Stromsparen, so kann man entweder händisch festhalten, wie viele Kilowattstunden pro Monat verbraucht werden, oder man setzt gleich auf Smart Meter, welche den Verbrauch in Echtzeit an die Stromanbieter übermitteln und daneben gleich einen Durchschnittsverbrauch errechnen. Vielerorts werden diese mittlerweile als kostenlose Zugabe zum Stromtarif angeboten – Auch für Privathaushalte.

Dies sollte für Jeden der erste Schritt sein, die eigenen „Ausgaben“, also den Stromverbrauch zu überwachen. Auch kann es sich lohnen, den vom Hersteller angegebenen Jahresverbrauch von Geräten zusammenzurechnen und mit dem aktuellen Verbrauch zu vergleichen – Eventuell besteht hier Optimierungsspielraum, denn der angegebene Verbrauch ist nur akkurat, wenn sich der Nutzer an die Empfehlungen des Herstellers hält. Im Haushalt hilft hier das von der EU vorgeschriebene Energieeffizienz-Etikett, welches auf vielen Küchengeräten und Fernsehern mittlerweile Pflicht ist.

Geregelte Routine

Bei großen Unternehmen, vor allem im Einzelhandel, gehört die Beleuchtung zu den größten Stromfressern. Nach Angaben der Deutschen Energie-Agentur (dena) liegt hier das durchschnittliche Einsparungspotential bei rund 70%. Die erste Maßnahme, die hier auf der Hand liegt, ist das Umrüsten auf sparsame LED-Beleuchtung. Über das Potential dieser Technologie gegenüber konventionellen Glühbirnen, aber auch Energiesparlampen haben wir bereits berichtet.

Doch hierbei endet das Sparen nicht! Gerade Unternehmen der Wirtschaft können und wollen es sich nicht leisten, unnötig Energie zu verschwenden. Sie verwenden teils komplexe Schaltkreise (präziser: Relais) mit eingebauten Zeitverzögerungen und Sequenzierungen, um so die Beleuchtung großer Hallen zu optimieren. In vielen heimischen Treppenhäusern findet sich eine ähnliche Technologie, die das Licht nach einer kurzen Zeit von selbst ausschaltet.

Doch davon sollten wir eines lernen: Routine festigt Wissen!

Wenn es auch vielerlei technische Helfer gibt, die uns bestimmte Routinen abnehmen, kann auf bestimmte Regeln nicht verzichtet werden. „Licht aus, wenn Du aus dem Zimmer gehst!“ So bringen es Eltern vielen Kindern bei. Ganz unbewusst pflegen wir Rituale wie dieses und genau so sollten sich weitere Routinen etablieren. Man öffne den Kühlschrank nur solange wie absolut nötig. Man schalte neben dem Computer auch die Monitore, Lautsprecher und sonstige angeschlossene Geräte ab.

Man stelle sich einen Alarm, der fünf Minuten bevor das Essen im Ofen fertig ist anschlägt, sodass man den Herd ausschalten kann und Restwärme nutzt. Nicht trotz der fortschreitenden Digitalisierung, sondern gerade wegen ihr sind kleine Rituale wie diese nicht nur Stromsparer, die unsere ganz eigene Energieeffizienz steigern, sie erinnern auch daran, dass wir sparsam sein sollten und warum wir es sind. Effizienz sei der Schlüssel zur Energiewende, so die Umweltorganisation Greenpeace.

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