Strom speichern: Was tun, wenn der Platz für Stauseen ausgeht?

Pumpspeicherkraftwerke sind bis heute die geläufigsten und auch effizientesten Stromspeicher. Grund dafür ist, dass Pumpspeicherkraftwerke im Vergleich zu Batterien oder auch kinetischen Speichern große Mengen an potentiellen Strom zwischenspeichern können.

Doch jedes Pumpspeicherkraftwerk nimmt eine große Fläche in Beschlag, was vor allem an den Stauseen der Kraftwerke liegt. Daher das die Speicherung von Strom in einem regenerativen Stromsystem von enormer Bedeutung ist, stellt man sich in der Forschung momentan die Frage wie man mit dem Dilemma der Flächeninanspruchnahme von Pumpspeicherkraftwerken zukünftig umgehen soll? In der Zeitung Technology Review wurden jüngst einige innovative Ansätze für Pumpspeicher vorgestellt.

Speichern im Bestand

Eine Möglichkeit zur Lösung des Flächenproblems bieten bereits bestehende Bergwerke. In einem aktuellen Projekt der Universität Duisburg-Essen unter Förderung des Landes Nordrhein-Westfalen sollen Wissenschaftler und Experten aus der Praxis klären, inwieweit unterirdische Bestände als künftige Speicher für Energie dienen können. Der große Vorteil dieser unterirdischen Speicher liegt auf der Hand, denn sie würden im Untergrund keine ländlichen Veränderungen bewirken und zudem bereits bestehende Räume nutzen.

Speicherung durch schwimmende Tafelberge

Eine weitere Idee zur zukünftigen Speicherung von Energie kommt von der Hochschule Furtwangen. Der Wirtschaftsinformatiker und Professor Eduard Heindl geht davon aus, dass es möglich ist Energie zu speichern indem gewaltige Pumpen Wasser in Tafelberge pressen und diese so zum „schwimmen“ bringen.

Die Berge würden sich dadurch um bis zu 500 Meter aus der Umgebung erheben. Falls der Strom benötigt wird, lässt man das Wasser wieder aus dem Granit entweichen und kann damit Turbinen und Generatoren antreiben. Heindl nimmt an, dass mit diesem Prinzip ein Tafelberg mit einem Durchmesser von einem Kilometer etwa 1.700 Gigawattstunden elektrische Energie speichern kann.

Eduard Heindl nennt dieses Verfahren Lageenergiespeicher. Daneben werden noch weitere Speichermöglichkeiten erforscht, wobei sich bisher noch keines der Konzepte endgültig durchsetzen konnte.

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