Solaranlagen für das Eigenheim

Sonnenenergie gilt als die aussichtsreichste Alternative unter allen erneuerbaren Energien. Eigenheimbesitzer haben es leicht: Investiert ein Hausbesitzer in eine Photovoltaikanlage auf dem Dach, wird er zum Stromunternehmer und erwirtschaftet eine ansehnliche Rendite mit der Einspeisevergütung durch seinen Energieversorger. Außerdem profitiert er von Steuerregeln für Unternehmer und dem Preisvorteil, wenn er den Strom selbst verbraucht.

Wichtigste Voraussetzung ist, dass die Immobilie ausreichend Sonne abbekommt. Im Idealfall ist das Dach nach Süden ausgerichtet und liegt nicht im Schatten von Bäumen oder Nachbarhäusern. Außerdem muss der Hausbesitzer zur Finanzierung zunächst eine größere Summe Geld in die Hand nehmen, nötigenfalls auch als Kredit. Die staatseigene KfW-Bank vergibt entsprechende Förderdarlehen, die über die Hausbank beantragt werden können.

Der größte Posten bei den Anschaffungskosten sind die Photovoltaikmodule. Dazu kommen Ausgaben für die Dachkonstruktion, die Montage und den Wechselrichter, der den produzierten Gleichstrom in netzüblichen Wechselstrom umwandelt. Es ist nicht ungewöhnlich, dass dafür ein Darlehen aufgenommen werden muss. Günstige Anlagen mit einer Leistung von 4 Kilowatt-Peak gibt es schon für unter 11.000 Euro zuzüglich 19 Prozent Mehrwertsteuer.

Die werden vom Finanzamt erstattet, wenn der Anlagenbetreiber eine Umsatzsteuervoranmeldung einreicht. Liegen die Vorjahresumsätze jedoch unterhalb von 17.500 Euro, gilt der er als Kleinunternehmer, bei denen keine Umsatzsteuer anfällt. Dann gibt es aber auch die gezahlte Mehrwertsteuer nicht zurück.

Anschließend halten sich die Kosten in Grenzen. Moderne Anlagen sind robust und wartungsarm. Dennoch sollte der Eigentümer vorsichtshalber mit jährlichen Betriebskosten von 1 bis 1,5 Prozent der Anschaffungskosten rechnen. Dazu zählen die Ausgaben für die Wartung durch einen Fachbetrieb, Reparaturen, Versicherungsbeiträge sowie Rücklagen für Ersatzteile.

Vor der Inbetriebnahme muss die Anlage bei der Bundesnetzagentur angemeldet werden. Dann kann der Besitzer den Strom ins Netz einspeisen und bekommt Kilowattstunde für Kilowattstunde vergütet. Einnahmen aus der Einspeisevergütung sind einkommensteuerpflichtig. Die Nebenkosten können gegebenenfalls als Betriebsausgaben steuerlich geltend gemacht werden. Grundlage dafür ist das im Jahr 2000 in Kraft getretene Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), das die Höhe der Vergütung garantiert.

Derzeit befindet sich die Branche jedoch im Umbruch, und die Bundesregierung hat die einst üppigen Subventionen für Sonnenstrom bereits drastisch gesenkt. Der Grund dafür ist, dass die Solaranlagen weit mehr Strom produzieren, als die Eigenheimbesitzer selbst verbrauchen. Zudem erobern chinesische Firmen mit preiswerten Anlagen den Markt und profitieren so von Subventionen, die ursprünglich für die heimische Wirtschaft gedacht waren. Wer bereits eine Solaranlage besitzt, kann sich glücklich schätzen, denn für ihn gelten weiterhin die alten Förderregeln.

Im Internet gibt es Programme, mit denen sich berechnen lässt, ob die Anschaffung einer Anlage sich lohnt. Grundsätzlich gilt: Je niedriger der Anschaffungspreis ist, je stärker die Strompreise steigen, und je mehr ein Hausbesitzer von seinem produzierten Strom selbst verbraucht, desto größer ist der finanzielle Vorteil.

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Autor: Peter Baumeister

Der Autor Peter Baumeister > Über 25 Jahre Berufserfahrung im Bereich Bauen und Elektroinstallationen verdienen es zu Papier gebracht zu werden. Dabei neue interessante Tools und Techniken für Handwerker zu testen ist meine Passion.

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