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Back to the roots mit High Tech: Segelantrieb in der modernen Schifffahrt

Die Frage um steigende Ölpreise und die drohende Energieknappheit verlangt dringend nach einer Lösung. Nicht allein, damit die Privatverbraucher ihren Lebensstil halten können, sondern auch moderate Preise für Mobilität in Zukunft gesichert bleiben.

Die steigenden Benzinpreise sind dabei schlichtweg nur die direkte Auswirkung, die jeder täglich zu spüren bekommt. Dabei sind die indirekten Auswirkungen viel tiefgreifender: Denn der Großteil des Ölverbrauchs wird in der chemischen Industrie zur Herstellung von synthetischen Materialien und durch den kommerziellen Transport von Gütern im globalen Handel verbraucht.

Güterströme verschlingen den Löwenanteil des Ölverbrauchs
Der Welthandel umfasst jährlich einen Warenstrom im Wert von weit über zehn Billiarden Euro, der Anteil der Bundesrepublik beträgt dabei rund zehn Prozent. Der Handel geschieht auf der Straße, per Bahn und Flugzeug, doch insbesondere im globalen Handel per Schiff. Und die steigenden Ölpreise beginnen, zu einem echten Problem für die Logistik-Branche zu werden.

Lösungsansatz Windantrieb
Forscher in deutschen Universitäten entwickeln daher in Zusammenarbeit mit verschiedenen Werften neue Antriebsmodelle, die ihre Vorbilder in teilweise jahrhundertealten Prinzipien suchen:

So werden etwa bestimmte Segeltypen gewoben, die ebenso beschaffen und geschnitten sind, wie die legendären Schilfboote der Polynesier. Das Segel steht gewissermaßen konstant gegen den Wind. Dadurch wird bei einfachster Verarbeitung bereits eine Geschwindigkeit bis zu 30 Knoten erreicht, das Boot ist außerdem besonders windschnittig.

Ebenso werden neue Rumpftypen für den Gütertransport erprobt, die einer Bauweise in der Pazifik nachempfunden sind: Die Doppelrümpfe der sogenannten Pazifik-Proa geben dem Fahrzeug eine hohe Stabilität und Fläche, bei geringem Widerstand durch ein hohes Streckungsverhältnis von 1:10.

Kombination aus Technik, Tradition und Forschung
So werden durch die intelligente Kombination aus bekannten Technologien neue, moderne Lösungen für Handel und Logistik entwickelt, die vielleicht ganz auf den Einsatz von Öl beim Antrieb verzichten könnten.

Die Idee ist gar nicht so abwegig: Ebenso wie eine gezielte Kombination verschiedener moderner Module für Energieerzeugung und Energieeffizienz den privaten Sektor von der ebenso umweltschädlichen wie gefährlichen Kombination aus Braunkohle- und Atomkraftwerken unabhängig machen kann – etwa Solarstrom, Solarthermie, Wasserkraft und Windkraft kombiniert mit Konzepten für Niedrigenergiehäuser, so kann eine intelligente Zusammenführung von Material, Bauweise, dem Wissen um physikalische Konzepte und der Erfahrung aus Jahrhunderten den Güterhandel per Schiff in Zukunft vom Schwer- und Dieselöl unabhängig machen und damit eine Revolution in der modernen Schifffahrt einleiten.

Schiffe mit Flettner-Antrieb
Dabei sind die Wissenschaftler in ihren Lösungsansätzen sehr erfinderisch und greifen auch auf zunächst skurril erscheinende, jedoch nicht minder erprobten und bewährten Prinzipien zurück:

So baute ein Projektteam der Universität Flensburg bereits in den Jahren 2004 und 2005 ein so genanntes „regenerativ angetriebenes Wasserfahrzeug“ als Prototypen. Studenten des Instituts für Physik und Chemie und ihre Didaktik realisierten dabei das SOLKAT-Projekt von Prof. Dr. Fiesser, der bereits 1990 ein Testmodell mit Flettner-Rotor erfolgreich entwickeln konnte.

Bei dem Flettner-Antrieb handelt es sich um eine aufrecht stehende Säule, die im Gegenwind den Sogeeffekt des Windstroms um die Säule herum für den Antrieb nutzt. Bildlich gesprochen schraubt sich die Säule gegen den Wind voran; man spricht dabei vom Magnus-Effekt. Das Prinzip des Flettner-Rotors hatten wir an früherer Stelle bereits behandelt (Flettner-Prinzip und der Magnus-Effekt).

Ein Projektentwicklerteam des Bundesverbandes für Windenergie (BWE) baut derzeit gleiche eine ganze Reihe von verschiedenen Schiffstypen in Zusammenarbeit mit dem Hamburger Konstrukteur Heinz Otto: Dieser sucht seine Vorbilder in traditionellen Bauweisen weltweit, wobei das Wissen und die Erfahrung von Naturvölkern direkt in die Forschung einfließen. Darüber hinaus werden auch Testmodelle mit Flettner-Antrieb entwickelt, die für den Einsatz bei großen Handelsschiffen, etwa Tankern, geplant sind.

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