Schweiz – eine Umstellung auf regenerative Energien bis 2030 möglich

Die Geschehnisse im japanischen Atomkraftwerk Fukushima haben nicht nur in Deutschland eine hitzige Diskussion über die Zukunft der Atomenergie entfacht. Auch in der Schweiz diskutiert man über die Zukunft der Energieversorgung.

Die  Agentur für erneuerbare Energien und Energieeffizienz (AEE) hat mit Vertretern aus Wissenschaft und Wirtschaft jetzt ein Konzept vorgelegt, dass es der Schweiz ohne große finanzielle Nachteile ermöglicht bis 2030 komplett aus der Atomenergie auszusteigen und eine Energieversorgung komplett durch regenerative Energien und Energieeffizienz zu ermöglichen. Vor allem Wasser-, Wind- und Sonnenkraft sollen dem Konzept zu Folge dann das Rückgrat der schweizerischen Energieversorgung bilden. In einem 10 Punkte Programm beschreibt die AEE im Einzelnen wie die Umstellung vollzogen werden kann.

Stefan Batzli, der Geschäftsführer der AEE sagte: „Das 10-Punkte-Programm umfasst administrative, technologische, wirtschaftliche, infrastrukturelle und gesellschaftliche Aspekte für eine konsequente Energiewende. Was auf den ersten Blick nach einer Mammutaufgabe aussieht, ist mit einem klaren Bekenntnis der Politik zugunsten erneuerbarer Energien und Energieeffizienz innert zwei Jahrzehnten machbar. Die Schweizer Wirtschaft und die Bürgerinnen und Bürger erwarten nur die notwendige Planungs- und Investitionssicherheit, um entsprechende Vorhaben in die Tat umzusetzen und ihre Beiträge zur Energiewende zu leisten.“

Die AEE fordert damit sogar einen wesentlich schnelleren Umstieg als die Regierung und hält diesen nicht nur für durchführbar, sonder auch finanziell für sinnvoll. Prof. Dr. Franz Baumgartner, der Sprecher der AEE meinte zudem: „Der Verband der Schweizer Stromversorger (VSE) stufte noch im letzten Jahr das Zubauziel des Bundesrates von 5,4 TWh aus neuen erneuerbaren Energien bis 2030 als zu ambitiös ein. Dabei wurde das Potenzial der Photovoltaik mit weniger als 1 TWh angesetzt. Demgegenüber kamen verschiedene Studien – noch vor Fukushima! – zu dem Schluss, dass Photovoltaik rund 20% des Strombedarfs liefern könne. Die dazu benötigte Menge von ca. 14 GW Solarzellen wurden in Deutschland allein in den letzten zwei Jahren installiert.“

Größtes Problem auf dem Weg zur Energiewende seien derzeit die Übertragungsnetze. Diese müssten massiv ausgebaut werden, um die Energiewende zu ermöglichen. Auch auf eine Zusammenarbeit mit der EU könnte in diesem Bereich nicht verzichtet werden.

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