Saubere Kohle gibt es nicht

Im Zuge einer Gesundheitsstudie hat die Umweltorganisation Greenpeace die zehn schmutzigsten und am meisten gesundheitsschädigenden Kohlekraftwerke in Deutschland gekürt. Die Diskussion über den Bau neuer Kohlekraftwerke, die Energieengpässe nach dem Abschalten zahlreicher Atomkraftwerke überbrücken sollen, wird dadurch wieder angefeuert, denn in diesem Sinne könnte die Energiewende gut und gerne nach hinten losgehen, wenn man den Ergebnissen der Studie glaubt. Unter dem Motto „Saubere Kohle gibt es nicht“ hat Greenpeace die 67 größten der 140 Braun- und Steinkohlekraftwerke in Deutschland betrachtet. Zudem wurde in der Studie untersucht, mit welchen Folgen zu rechnen ist, sollten noch weitere Kraftwerke gebaut werden.

Laut Greenpeace hätten im Jahr 2010 die Emissionen der deutschen Kohlekraftwerke zu 3100 verfrühten Todesfällen geführt. Die Studie ergab, dass das problematischste Kraftwerk das Braunkohlekraftwerk Jänschwalde in Peitz ist, das von Vattenfall betrieben wird. Die verfrühten Todesfälle, die von diesem Kraftwerk verursacht worden seien, belaufen sich auf 373. Acht weitere Braunkohle- und ein Steinkohlekraftwerk kommen bei der Studie ebenfalls nicht besonders gut davon. Betrieben werden die meisten von ihnen von Vattenfall, RWE und Eon.

Die Kohleindustrie wehrt sich gegen die Anschuldigungen von Greenpeace und behauptet, ein Zusammenhang zwischen vermehrten Fällen von Krebserkrankungen und Allergien in den Gegenden um die entsprechenden Kraftwerke sei nicht mit diesen in Verbindung zu bringen. Greenpeace wirft den Betreibern von Kohlekraftwerken jedoch nicht nur vor, die gesundheitlichen Folgen zu verharmlosen, sondern nennt auch den Umweltaspekt, denn die CO2 Emissionen der Kraftwerke sind nicht zu unterschätzen. Sie tragen unter anderem in großen Maßen zur Entstehung von Feinstaub bei.

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