Rückgang der Investitionen in erneuerbare Energien

Energiewende und Atomausstieg tun scheinbar wenig dafür, dass die Investitionsfreude in Deutschland in erneuerbare Energien gesteigert wird. Wie der Bundesverband Erneuerbare Energien (BBE) vor kurzem bekannt gab, ist im vergangenen Jahr rund eine Milliarde Euro weniger in alternative Energieressourcen investiert worden als im Jahr zuvor. Verstehen lässt sich der Unmut der Investoren nicht, denn mit seiner Energiewende müsste Deutschland ja den idealen Raum für Investitionen bieten.

Dies entspricht jedoch leider nicht der Realität. Vor allem an den politischen Anreizen hapert es und auch die Diskussion um die Kürzungen der Solarstromförderung bringt Deutschland eher negativ in die Schlagzeilen. Man spricht von einem Investitionsrückgang von rund 24 Prozent innerhalb eines Jahres, so dass die Investitionen im Jahr 2011 nur noch bei etwa 3,14 Milliarden Euro lagen. Und die Aussichten sind ebenso düster. Experten gehen nämlich davon aus, dass sich die Lage der Branche nicht sehr viel verbessern wird in den kommenden Jahren.

Schuld sind vor allem die schlechten politischen Rahmenbedingungen. Die Aufbruchsstimmung fehlt in Deutschland einfach, so Harald Uphoff, Geschäftsführer beim BBE. Er zeigt sich enttäuscht und überrascht, dass die Energiewende nicht mehr in den Köpfen der Menschen bewegt hat. Viele Unternehmen zweifeln seiner Meinung nach einfach zu sehr daran, dass es in Deutschland für die erneuerbaren Energien einen wirklichen Durchbruch geben wird. In politischer Hinsicht geht auch nicht viel voran. Eine Initiative, die Hausbesitzern steuerliche Anreize bei besseren Dämmungen und effizienteren Heizungen verspricht, steckt schon seit Monaten zwischen dem Bundesrat und dem Bundestag fest und die ständigen Änderungen am EEG verunsichern Unternehmer, so dass viele gar nicht erst in die erneuerbaren Energien investieren wollen.

Ganz besonders von der Krise betroffen ist die deutsche Solarbranche. Nach den Kürzungen der Subventionen und mehreren Insolvenzen unter den großen Konzernen scheint langsam die ganze Branche in sich zusammen zu fallen. Billiganbieter aus China machen die Situation nicht einfacher. So bleibt nur noch die Möglichkeit, auf ausländische Firmen und Investoren zu hoffen, die möglicherweise dem deutschen Markt noch eine Chance geben.

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