Proteste gegen Atomkraft in Fessenheim

Am 28. April hat sich die Katastrophe von Tschernobyl zum 26. Mal gejährt. Diesen Anlass nutzten viele Atomkraftgegner und Befürworter der erneuerbaren Energien dazu, gegen die nukleare Energiegewinnung zu demonstrieren und darauf aufmerksam zu machen, dass die Energiewende in ganz Europa von dringender Wichtigkeit ist. Neben dem seit mehreren Jahren begangenen Tag der erneuerbaren Energien in Deutschland, wurde auch in anderen europäischen Ländern an das Unglück von vor beinahe dreißig Jahren erinnert.

Im französischen Fessenheim beispielsweise gingen hunderte Menschen auf die Straßen, um gegen das dortige Atomkraftwerk zu demonstrieren. In den vergangenen Jahren, schon vor der Katastrophe von Fukushima, die in Deutschland den letztendlichen Atomausstieg ausgelöst hatte, war immer wieder Kritik laut geworden, dass das Kraftwerk zu veraltet sei, um weiter betrieben zu werden.

Nach der Durchführung von Stresstests und Inspektionen wurde jedoch beschlossen, dass es keine größeren Mängel gebe und Fessenheim deshalb nicht vom Netz genommen werden würde.

Diese Tatsache empört viele Atomgegner in und um Fessenheim, das nahe an der deutschen Grenze liegt. Aus diesem Grund waren vor wenigen Tagen auch viele Deutsche und Schweizer an den Protesten gegen das Kraftwerk beteiligt. Die Anlage ist inzwischen über 30 Jahre alt und gilt als besonders störanfällig.

Die Nähe zum Rhein ist besonders beunruhigend, da Überschwemmungen hier nicht selten sind und der Bruch eines Deiches im schlimmsten Fall zu einem Unglück führen könnte. Die Demonstrationen sind nicht nur im Hinblick auf den Jahrestag von Tschernobyl zeitlich klug gewählt, denn in weniger als einer Woche steht die Präsidentschaftswahl in Frankreich vor der Tür.

Der amtierende Präsident Nicolas Sarkozy möchte gerne an Fessenheim als Standort festhalten, während sein Gegenkandidat Hollande der Atomkraft in Frankreich nicht ganz so uneingeschränkt offen gegenüber steht. Die Wahl am Wochenende könnte also auch in dieser Hinsicht interessant werden. Immerhin ist Frankreich der größte Atomstromproduzent Europas und bezieht drei Viertel seines Stroms aus den 58 Atomreaktoren des Landes.

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