Probleme in Penly behoben

Der Zwischenfall in einem nordfranzösischen Atomkraftwerk hat einmal wieder die Atomgegner auf den Plan gebracht. Zwar gab der Betreiber des Kraftwerks in Penly in der Normandie an, es habe zu keinem Zeitpunkt für die Angestellten, Bewohner der Region oder die Umwelt allgemein Gefahr bestanden, Umweltorganisationen wie Greenpeace haben an dieser Aussage allerdings ihre Zweifel. Zunächst scheint die akute Gefahr aber tatsächlich gebannt zu sein.

Nach dem Vorfall, der sich am Gründonnerstag ereignete, wurde bereits vom Betreiber EDF am nächsten Morgen eine vorzeitige Entwarnung gegeben. Das Leck im Kühlsystem konnte wieder verschlossen werden, so dass jetzt kein radioaktives Wasser mehr austreten kann. Dadurch war es am Donnerstag zu mehreren kleinen Bränden gekommen, als Ölpfützen auf dem Boden zu brennen begonnen hatten.

Von einer Rückkehr zur Normalität ist nun wieder die Rede. Das Kraftwerk hatte sich nach dem Zwischenfall automatisch abgeschaltet, doch nun, da die Mängel angeblich behoben werden konnten, sieht sich EDF nicht mehr dazu gezwungen, die Anlage weiterhin vom Netz zu lassen.

Umweltorganisationen und Atomgegner fürchten trotzdem, dass der Vorfall negative Auswirkungen auf die Umwelt haben könnte. Eine Sprecherin von Greenpeace gab zu bedenken, dass Kühlanlagen an sich einen sensiblen Punkt in Kraftwerken darstellen. Da viele der Atomkraftwerke in Frankreich als veraltet gelten, sei es nur eine Frage der Zeit bis einmal etwas schief geht.

Im Nachhinein wird der Vorfall von Penly allerdings nur auf der zweitniedrigsten Stufe 1 eingeordnet, ist also als Zwischenfall zu bezeichnen, der zu einer Abweichung von den zulässigen Bereichen für den sicheren Betrieb der Anlage führen kann. Wahrscheinlich wird sich die Entwicklung der Atomenergie in Frankreich mit der Präsidentschaftswahl in Kürze entscheiden. Bleibt Sarkozy im Amt, so ändert sich höchstwahrscheinlich nichts, sollte es nicht zu einem Unglück kommen. Wird Francois Hollande Präsident, so könnte das Thema Atomkraft in Frankreich deutlich eingeschränkt werden.

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