Öl und Atomwaffen aus dem Iran

Die Verwirrung um die derzeitigen Geschehnisse im Iran hält an. Angefangen hatte es mit einem EU Embargo gegen das Land im Nahen Osten, das den westlichen Ländern, allen voran den USA, schon seit Langem aufgrund seines Atomprogramms ein Dorn im Auge ist. Als Reaktion darauf, dass der Iran nicht von seiner derzeitigen Atompolitik abrücken will, hatte die EU zu Beginn des Jahres ein Embargo gegen das Land vorgeschlagen, um dieses zum Einlenken zu bringen.

Scheinbar hat die Staatengemeinschaft sich damit jedoch selbst eine Grube gegraben, denn wie man bereits erwarten konnte, reagierte der Iran äußerst verschnupft auf das Embargo. Wie ein iranischer Sender berichtete, hatte das Land seine Öllieferungen an beispielsweise Frankreich, Spanien, Griechenland, Italien, Portugal und die Niederlande eingestellt. Kurz danach wurde diese Meldung jedoch direkt vom Ölministerium in Teheran dementiert. Sollte es tatsächlich zu einer solchen Entscheidung kommen, so sagte man, dann würde dies vom Obersten Nationalen Sicherheitsrat verkündet werden. Europa ist auf die Öllieferungen aus dem Iran angewiesen, täglich sind es 400.000 Barrel Öl, die nach Europa geliefert werden. Besonders die südeuropäischen Staaten sind zuverlässige Kunden.

Die Abhängigkeit vom Öl macht den westlichen Ländern schon seit jeher schwer zu schaffen. Eine ständige Suche nach Alternativen zu dem wertvollen Brennstoff haben zwar schon so manchen Erfolg verzeichnen können, doch was beispielsweise die Autoindustrie angeht, so steckt die Entwicklung von alternativen Antrieben noch in den Kinderschuhen. Sollte der Iran wirklich so weit gehen, Europa komplett das Öl abzudrehen, so wäre dennoch eine Versorgungssicherheit für die EU gewährleistet, denn immerhin kann man Öl auch auf dem internationalen Markt kaufen. Wünschenswert wäre es dennoch, den Streit mit dem als gefährlich geltenden Iran nicht eskalieren zu lassen. Ein Einlenken des Landes, in Bezug auf seine Atompolitik, mit einem Embargo zu stoppen, war möglicherweise nicht die politischste Entscheidung. Was Atomwaffen und damit die größere Bedrohung angeht, so sitzt das Land nämlich leider einfach am längeren Hebel.

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