Neuer Durchbruch in der Forschung: Wissenschaftler erzeugen Biomethan mit Erdgas Qualität

Der Bioenergie wird in der Energiewende eine wichtige Rolle zugesprochen, nicht zuletzt aufgrund der vielfältigen Einsatzfelder und der Unabhängigkeit biogener Energieträger von Wetterphänomenen. Im Unterschied zu Solarenergie oder Windenergie kann energetische Biomasse auch bei wenig Sonne oder wenig Wind eingesetzt werden, um Energie zu produzieren.

Vor allem Biogas spielt eine immer größere Rolle. Die angepeilte Systemintegration der erneuerbaren Energieträger in den zukünftigen Energiemarkt sieht Biogas vor allem als Systemsäule für die Bereitstellung bedarfsgerechter Energie und Regelenergie. Daneben ist Biomethan, als veredeltes Biogas, von Bedeutung für die Einspeisung in die Erdgasnetze. Problematisch bei Biomethan ist, dass es bisher kaum gelingt derart reines Biomethan zu erzeugen, dass es an die Qualität fossilen Erdgases heranreicht.

Durchbruch am ZWS

Dem Zentrum für Sonnenenergie-und Wasserstoffforschung Baden-Württemberg (ZWS) ist es nun erstmals gelungen Biomethan in einer Qualität zu erzeugen, dass es sogar russischen Erdgas entspricht. Grundlage für das hochreine Biomethan ist die Power-to-Gas Technologie der Forschungseinrichtung.

Mittels ultrafeiner Membranen wird das Gas nach der Methanisierung im Reaktor aufbereitet und auf eine Qualität gebracht, die beinahe Reinmethan entspricht. Laut den Forschern besteht das Endprodukt aus 99 Prozent reinem Methan und lediglich geringen Anteilen von Kohlendioxid und Wasserstoff.

Power-to-Gas Verfahren nähert sich der Marktreife

Damit ist das Power-to-Gas Verfahren, welches vom ZWS maßgeblich mitentwickelt wurde, einen großen Schritt näher an die Marktreife gerückt. Das Verfahren ist ein Stromspeicherverfahren und entgegen konventioneller Biomethanverfahren, wie der Herstellung des Produktes aus Biogas, technologisch revolutionär.

So erzeugt das Verfahren aus überschüssigen Wind-und Solarstrom per Elektrolyse Wasserstoff welcher im zweiten Schritt des Prozesses mit Kohlendioxid methanisiert. Das Endprodukt, lässt sich über Monate hinweg, weitgehend verlustfrei im Erdgasnetz speichern und bei Strombedarf wieder zurück verstromen. Eine direkte Nutzung in Blockheizkraftwerken oder Erdgasautos ist allerdings genauso möglich. Die Technik ist ein weiterer Schritt in Richtung eines stabilen regenerativen Strommarktes.

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