Naturschutzeffekte durch Windparks

Erneuerbare Energien sind umweltverträglicher als andere Quellen der Energieerzeugung, so die Überzeugung vieler Befürworter. Kritiker sehen das anders und beziehen sich dabei vor allem auf negative Effekte bezüglich bestehender Ökosysteme durch Anlagen erneuerbarer Energieerzeugung.

Sie scheinen damit auch nicht unrecht zu haben, blickt man auf die Monokulturen im Energiepflanzenanbau oder der Zerschneidung von Landschaften durch Photovoltaikanlagen. Nun stellt sich die Frage, ob konventionelle Anlagen nicht auch die Ökosysteme gefährden und das in weit größerem Maße?

Abwässer und andere Emissionen sorgen zudem für den Treibhauseffekt und Umweltverschmutzung. Aktuelle Fälle zeigen nun sogar, dass den Kritiker, zumindest bei Offshore-Windanlagen, auch das Naturschutzargument genommen wird. Denn Offshore-Windanlagen können durchaus die Ökosysteme bereichern.

Attraktives Rückzugsgebiet für Krebse

Der Windpark Riffgat des Oldenburger Energiekonzerns EWE ist so ein Fall, bei welchem die Windanlagen zur Bereicherung der Ökosysteme beitragen. So zieht man bei EWE nicht nur ein positives Fazit bezüglich der Energieerzeugung des Parks, welcher seit seiner Inbetriebnahme im Februar bis zum Juni rund 140 Millionen Kilowattstunden Strom produzierte, sondern auch in Bezug auf seine Funktion als „attraktives Rückzugsgebiet“ für Delikatess-Krebse.

In den Kolksteinen der Windturbinenfundamente haben somit laut Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung (AWI) rund 3.000 Hummer einen Unterschlupf gefunden. Die Tiere wurden zuvor ausgesetzt um künstlich kommerzielle Anbaukulturen für Meeresfrüchte in der Umgebung der Windanlagen zu installieren. Die aktuellen Forschungsergebnisse des AWI legen also nahe, dass Windenergieanlagen zu einem vielfältigeren Ökosystem beitragen können und zudem die Züchtung von Meerestieren für die Nahrungsmittelindustrie unterstützen.

Welche Auswirkungen allerdings der Bau von Windanlagen und die entsprechenden Lärmemissionen, auch unter Wasser, für die dort lebenden Meerestieren haben, ist noch nicht erforscht. Einige Vermutungen legen allerdings nahe, dass beim Setzen der Fundamente größere Meereslebewesen wie Robben oder Zwergwale aus ihren ursprünglichen Siedlungsgebieten verdrängt werden.

Tags

Autor: Peter Baumeister

Der Autor Peter Baumeister > Über 25 Jahre Berufserfahrung im Bereich Bauen und Elektroinstallationen verdienen es zu Papier gebracht zu werden. Dabei neue interessante Tools und Techniken für Handwerker zu testen ist meine Passion.

Weitere passende Beiträge

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Close
Close