Nach der Atomkraft die Sintflut?

Der Atomausstieg in Deutschland ist beschlossene Sache und in den kommenden zehn Jahren werden alle noch aktiven Reaktoren in der Bundesrepublik abgeschaltet. Dass dies für die einzelnen Orte, die als Standort für die AKWs dienten, nicht immer unbedingt ein Grund zur Freude ist, kann man sich vorstellen.

Seit Fukushima gilt die Atomkraft zwar allgemein als die Bedrohung, die Menschen entwurzelt und die Umwelt zerstört, doch diejenigen, die in den Gebieten leben, die „betroffen“ sind, haben oft von den Kraftwerken profitiert. Nun, da der Rückbau ins Haus steht, können zwar noch einmal einige Arbeitsplätze geschaffen werden, auf der anderen Seite fallen die ersten aber auch schon weg und in einigen Jahrzehnten wird dieser Sektor überhaupt keine Rolle mehr spielen.

So zum Beispiel in Biblis. Das hessische Städtchen ist seit den 70er Jahren Atomkraftstandort und seitdem die Reaktoren in Betrieb genommen wurden, profitiert die Gemeinde von zahlreichen Arbeitsplätzen und Steuereinnahmen. Diese fallen nun weg. Deshalb soll jetzt ein Zukunftskonzept für die Stadt erstellt werden und zwar von den Bürgern selbst.

Das Entwicklungskonzept soll klären, wie das Kraftwerk als Arbeitgeber und Gewerbesteuerzahler ersetzt werden kann. Für die Pläne dürfen die Bürger von Biblis Vorschläge machen und an einer Bürgerbefragung teilnehmen.

Das Kraftwerk wurde bereits abgeschaltet und es ist damit zu rechnen, dass die Beschäftigung des Rückbaus noch etliche Jahre dauern wird. Doch die Gemeinde möchte sich frühzeitig darum kümmern, dass die Arbeitsplätze in der Zukunft sicher sind. Ob das Kraftwerk als Arbeitgeber wirklich komplett ersetzt werden kann, ist fraglich. Doch die Bemühungen sind schon einmal ein gutes Beispiel für andere Standorte, die in den kommenden Jahren ähnliches erleben werden.

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