Moderate Netzentgelte, teurer Stromverbraucherpreis

Eine aktuell veröffentlichte Studie des Verbandes der europäischen Übertragungsnetzbetreiber (Entso-E) bescheinigt Deutschland moderate Preise für die Nutzung der Netze auf Höchst – und Hochspannungsebene. So landet Deutschland mit durchschnittlichen Netzkosten von 8,40 Euro pro Megawattstunde im europäischen Vergleich im Mittelfeld. In Polen und Großbritannien bezahlt man ähnliche Preise. In den Niederlanden, Frankreich und Norwegen dagegen deutlich weniger. Dort sind Entgelte von 3 bis 4 Euro pro Megawattstunde die Regel. Negativer Spitzenreiter ist Dänemark mit 33,20 Euro pro Megawattstunde.

Vergleichsgrundlage

Dem Vergleich der 32 europäischen Staaten wurde ein definiertes Profil zugrunde gelegt. Dieses ist charakterisiert durch 5000 Benutzungsstunden pro Jahr, bei einer Maximallast von 40 Megawatt auf Höchstspannungsebene und 10 Megawatt auf Hochspannungsebene. Ob der Vergleich allerdings wirklich repräsentativ ist, kann bezweifelt werden. So gehen die Staaten unterschiedlich mit negativer und positiver Regelenergie um, sodass dadurch auch andere Kostengrundlagen entstehen. Netzentgelte werden teils auch über Tarife berechnet, die nicht den Stromtransport als Berechnungsgrundlage haben. Dies ist auch einer der Gründe weshalb für Dänemark ein derart enormes Entgelt berechnet wurde. Bei Entfernung der systemfremden Kosten verringert sich Dänemarks Netzentgelt in etwa auf das Niveau Deutschlands.

Stromverbraucherpreis in Deutschland trotzdem am höchsten

Der Strompreis für Haushalte ist in Deutschland trotz des vergleichsweise niedrigen Netzentgelts, der höchste im Vergleich der 32 europäischen Nationen. Der Grund liegt in der Abgabe für die EEG – Umlage. In den anderen Staaten Europas ist ein derartiges Umlagemodell nicht integrativer Bestandteil des Strompreises sodass deutsche Haushaltsstromkunden tiefer als ihre europäischen Nachbarn in die Tasche greifen müssen. Beispielweise ergab sich für das Jahr 2011 ein durchschnittlicher europäischer Haushaltsstrompreis von 19,7 Cent pro Kilowattstunde. Der deutsche Preis lag damals bei etwas über 25 Cent pro Kilowattstunde. Der Anteil der EEG – Umlage am deutschen Preis, lag mit 3 – 4 Cent pro Kilowattstunde bei etwa 15 Prozent des Gesamtpreises. Ein Kostenbestandteil den man im europäischen Ausland einspart.

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