Lufthansa testet Biosprit

Während sich in der Autoindustrie beim Thema der alternativen Antriebe in den vergangenen Jahren schon viel getan hat, ist es in der Luftfahrt nicht ganz so sicher, wie man die Menge an Abgasen, die täglich in die Atmosphäre gelangen, einschränken soll. Ein Elektroflugzeug ist bei kleinen Modellen nicht undenkbar, doch leider lässt es die Physik nicht zu, Langstreckenflüge mit einem Elektroantrieb im Flugzeug bestreiten zu können und eine Batterie würde wahrscheinlich viel zu schwer ausfallen, da könnte ja fast kein Passagier mehr mitfliegen.

Lufthansa hat erst vor kurzem Praxistests am Airbus A321 durchgeführt, um zu sehen, wie dieser mit Biogasen funktioniert. Was dabei heraus kam, mag zunächst einmal erstaunen, denn wie sich heraus stellte, ist das Biokerosin im Vergleich zum marktüblichen Kerosin beim Schadstoffausstoß beinahe gleichwertig. Für die Tests wurden Flugzeuge in einem Hangar getestet, wo Sensoren im Abgasstrahl der Maschine angebracht wurden und so Messungen vorgenommen werden konnten.

Auch außerhalb des Hangars hat die Lufthansa in den vergangenen 12 Monaten den Biokraftstoff ausprobiert. Auf Linienflügen zwischen Hamburg und Frankfurt wurde je ein Triebwerk mit einem Spritmix betrieben. Dieser besteht zu 50 Prozent aus Biotreibstoff. Direkt beim Flug können die Abgase jedoch nicht getestet werden, da aus Sicherheitsgründen keine Genehmigung dafür gegeben wird, ein Forschungsflugzeug direkt hinter dem Linienflug fliegen zu lassen. Doch auch im Hangar lassen sich die Triebwerksbelastungen bei Start-, Steig- und Landeanflug gut simulieren. Doch anstatt mit dem Biosprit eine umweltfreundliche Alternative gefunden zu haben, musste Lufthansa nun feststellen, dass die Messungen am Boden ähnliche Stickoxid- und Kohlenmonoxidwerte bei der Verbrennung vom Biokraftstoff ergeben haben wie bei herkömmlichem Kerosin. Doch es gibt auch Vorteile bei der Biovariante, denn beispielsweise fallen hierbei sehr viel geringere Rußemissionen an. Man könnte noch Verbesserungen erzielen, wenn man die Triebwerke modifizieren ließe. Dies kann jedoch noch eine Weile dauern, da für einen solchen Prozess besondere Zulassungen nötig wären.

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