Lithium-Ionen-Akku in Norddeutschland soll die Fluktuationen zähmen

Gerade das vergangene Wochenende hat es wieder gezeigt. Wenn mancherorts viel Wind weht und zudem auch die Sonne scheint, so kommt es zu Stromüberschüssen, die sogenannte „negative Preise“ erzeugen. Diese negativen Preise sind Signale die von der Strombörse kommen und zwar dann, wenn zu viel unflexibler Strom erzeugt wird und zu wenig Nachfrage besteht.

Kurioserweise bekommen Abnehmer des überschüssigen Stroms tatsächlich Strom und Geld, da die Verkäufer davon ausgehen dass der Negativpreis immer noch günstiger ist als das Herunterfahren der Anlage. Im umgekehrten Fall, also wenn zu wenig Strom aus unflexiblen Quellen produziert wird, entsteht das bekannte Problem im Kontext der Versorgungssicherheit. Akkus könnten dieser Misere Abhilfe schaffen.

Größter Batteriepark Europas

Im Norden Deutschlands wird gerade versucht dem beschriebenen Problem Herr zu werden. Der Schweriner Energieversorger Wemag AG projektiert momentan einen Batteriepark der, zumindest als Demonstrationsobjekt, wesentlich zu Deutschlands zukünftiger Speicherinfrastruktur beitragen könnte.

Noch vor Ostern soll der größte kommerzielle Batterie-Park Europas ans Netz gehen, zumindest wenn es nach der Wemag AG geht. Dazu verbindet man gerade 25.600 Lithium-Ionen Akkus des Herstellers Samsung zu einem etwa Turnhallengroßen Riesen-Akku.

Der Batterie-Park soll eine Leistung von fünf Megawatt erreichen, was etwa der Speicherkapazität von Energie einer Offshore-Windkraftanlage in einer Stunde entspricht. Aufgrund dessen das der Batterie-Park im Vergleich zu anderen Speichern recht klein ausfällt, soll er nicht überschüssigen Strom für Flautezeiten speichern, sondern vor allem die Frequenz des Netzes stabil bei 50 Hertz halten. Daher dient der Riesen-Akku der Abfederung der wetterbedingten Fluktuationen von Wind- und Solarenergie.

Mit der Akku-Technologie ist es möglich, die am Anfang beschriebenen Effekte zu verhindern. Vor allem Black-Outs, die im Falle einer stetig schwankenden Netzfrequenz drohen, könnte man begegnen. Zur Demonstration bietet sich die Region durchaus an, denn durch die hohen Anteile erneuerbarer Energien Anlagen in Mecklenburg-Vorpommern und der geringen Nachfrage durch eine unterdurchschnittliche Bevölkerung werden regional teils bis zu 86 Prozent erneuerbarer Strom eingespeist.

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