Krise in der Braunkohlenwirtschaft: RWE legt Garzweiler möglicherweise frühzeitig still

Die Konsequenzen der Energiewende werden immer deutlicher. Nachdem die meisten Verbraucher den Ausbau der erneuerbaren Energien durch die steigende EEG-Umlage zu spüren bekommen, greifen die Effekte nun auch zunehmend auf die Big Player der Branche zu.

Laut aktuellen Berichten der „Süddeutschen Zeitung“ droht dem nordrhein-westfälischen Braunkohlerevier Garzweiler das frühzeitige Aus. So plant der Energiekonzern RWE das Bergwerk bis spätestens 2018 zu schließen.

Der Tagebau soll noch so lang betrieben werden, wie in den Regionen in welchen die Anwohner bereits ausweichen mussten, noch Kohle abgegeben wird. Ein Paukenschlag in der konventionellen Energiewirtschaft, denn Garzweiler ist der größte Tagebau Europas.

Keine Neuinvestitionen im Revier

Den Medienberichten zu Folge prüft man in der Geschäftsführung von RWE den Abriss weiterer Standorte. So sollen unrentable Neuinvestitionen frühzeitig unterbunden werden. Der Grund für die Krise im Kohlebergbau ist die zunehmende Einspeisung von Wind- und Solarkraft. Der stark sinkende Strombörsenpreis führt dazu, dass die konventionellen Kraftwerke immer seltener am Netz sind.

Daraus resultiert ein Minusgeschäft, was man bei RWE vermeiden möchte. Konzernintern will man allerdings keinen Komplettausstieg aus der Kohlekraft. Laut SZ soll der benachbarte Kohlebergbau Hambuch in jeden Fall weiter betrieben werden.

RWE weist die Spekulationen zurück

RWE selbst weist die Spekulationen über ein frühzeitige Aus zurück. Der Vorstandsvorsitzende Peter Terium erklärte dazu: „RWE hält an seinen bisherigen Planungen zur Fortführung des Tagebaus Garzweiler II unverändert fest“. Begründet wird die Haltung damit, dass Braunkohle sowohl für die Wirtschaftsstruktur der Region sowie für das konzerneigene Portfolio immens wichtig sei.

Experten zu Folge sichern die diversen Tagebaue, Kraftwerke und Bergwerke in etwa 35.000 nordrhein-westfälische Arbeitsplätze. So warnt auch die Gewerkschaft Ver.di davor die Kohlekraft aus der Energiewende auszuschließen. Die unüberlegte Stilllegung verschiedener Reviere würde den Verlust tausender Arbeitsplätze bedeuten.

Diese könne die erneuerbare Energiewirtschaft nur schwer substituieren, sodass bereits angeschlagene Wirtschaftsgebiete noch weiter in die Krise gedrängt würden.

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