Krise bei RWE: Mehrere konventionelle Kraftwerke sollen vom Netz gehen

Das aktuelle Marktdesign macht den großen Energieversorgern immer mehr zu schaffen. Grund dafür ist die zunehmend sinkende Rentabilität konventioneller Großkraftwerke. Vor allem Kohlekraftwerke sind kaum noch lukrativ, aber auch relativ kohlenstoffdioxidarme Gaskraftwerke machen den großen Versorgern Probleme.

Im Zuge dessen plant der Energiekonzern RWE nun 3.100 Megawatt an konventioneller Leistung vom Netz zu nehmen. Wie der Konzern das Loch stopfen will bleibt indessen ungewiss. Gerüchte lassen vermuten, dass man sich bei RWE zukünftig vor allem auf Onshore sowie Offshore Windkraft konzentrieren wird.

Kein günstiges Marktdesign für die Konventionellen

Auslöser für die Krise im Bereich der fossilen Energieerzeugung, ist das veränderte Marktdesign im Zuge der Umsetzung der Energiewende. Insbesondere Kohlekraftwerke, landen auf der sogenannten Merit-Order kaum noch im lukrativen Bereich in dem ausreichende Deckungsbeiträge erwirtschaftet werden können.

Die vermehrte Einspeisung regenerativer Energie vermindert den Strompreis an der Börse. Grund sind Grenzkosten nahe Null im Bereich erneuerbarer Energieerzeugung. Die konventionellen Energieträger bleiben indessen auf ihren, sehr hohen, Grenzkosten sitzen. Immer mehr konventionelle Kraftwerke, insbesondere Kohlekraftwerke, werden daher teils derart unrentabel, dass RWE nun einige zumindest vorübergehend vom Netz nehmen will.

3.100 MW gehen laut RWE vom Netz

Betroffen sind laut RWE Anlagen in Deutschland und den Niederlanden. In den Niederlanden wird das Kohlekraftwerk Amer 8 mit einer Leistung von 610 MW endgültig vom Netz genommen. Im Gegensatz dazu sollen einige Gaskraftwerke in Deutschland, wie zum Beispiel Weisweiler und Gersteinwerk in Nordrhein-Westfalen vorübergehend, aber langfristig, konserviert werden.

Beide Anlagen verfügen zusammen über eine Leistung von 1.250 MW. Saisonale Abschaltungen sind auch geplant. So sollen die Kraftwerke Emsland B und C innerhalb der Sommerpause vom Netz gehen. Weiterhin will RWE diverse Lieferantenverträge mit konventionellen Kraftwerken kündigen.

Auf welche Sparte sich RWE in Zukunft spezialisieren wird, wird sich mit der Zeit zeigen. Allerdings wird zunehmend offensichtlich, dass sogar die großen Energieversorger nicht mehr in der Lage sind den Zeichen der Zeit entgegenzustehen.

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