Kommt der Kollaps in der Solarwirtschaft?

Die Solarwirtschaft hat schwere Zeiten hinter sich. Besonders deutlich wurde die prekäre Lage innerhalb der Branche durch die beinahe unaufhörlichen Insolvenzen einstiger Riesen der Solarindustrie. Zuletzt hat es Bosch erwischt, dessen Thüringer Werk hat der, zuletzt auch angeschlagene, Branchenriese Solarworld nun übernommen.

Damit wurden immerhin einige Arbeitsplätze gesichert. Laut einer aktuellen Einschätzung des Bundesverband Solarwirtschaft e. V. (BSW-Solar) wird die Solarwirtschaft auch im kommenden Jahr nicht aufatmen können. Die Experten befürchten, dass nach dem Markteinbruch, nun für 2014 der endgültige Kollaps droht.

So würden kaum noch nennenswerte Solaranlagen auf Freiflächen in Planung sein. Zudem droht ein herber Verlust von internationalen Marktanteilen.

Kritische Absenkung kommt zu früh

Als Vertreter des BSW-Solar, analysiert Hauptgeschäftsführer Carsten Körnig die Lage wie folgt: „Zu früh kommt jetzt die Absenkung der Förderung unter die kritische 10-Cent-Marke. Zu Unrecht wurde die günstigste Form der Solarstromerzeugung in den vergangenen Jahren immer stärker eingeschränkt.

Wenn jetzt nicht schnell politisch nachjustiert wird, dürfte der für die Energiewende so wichtige Ausbau der Solarparks in den nächsten zwei Jahren nahezu vollständig zum Stillstand kommen.“ Körnig spielt in seinem Statement auf die Förderrichtlinien des Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) an. Den in diesem heißt es, dass die Förderung von neuen großen Solarparks ab dem 1. Januar 2014 nur noch 9,47 Cent pro Kilowattstunde beträgt und damit unter, die von Körnig angesprochene, 10 Cent Grenze fällt.

Leider bestätigt die Statistik der Bundesnetzagentur genau das, was der BSW-Solar befürchtet. Schon im Jahr 2013 wurden 64 Prozent weniger Kraftwerksleistung im Bereich von Megawatt-Solarparks installiert. Hauptgrund ist, dass die, zwar sehr beachtlichen, Kostensenkungen bei den Solarparks nicht mit dem Förderrückgang schritthalten konnten und können werden.

Körnig fordert daher von der kommenden Bundesregierung: „Die neue Bundesregierung muss schnell dafür sorgen, dass Investitionen in Solarkraftwerke wieder rentabel werden. Deutschlands mühsam aufgebaute Expertise in diesem weltweit gefragten Technologiefeld wird gefährdet, wenn die Politik jetzt nicht beherzt gegensteuert. Ein Aus bei den Solarparks hätte weitreichende Folgen für die Energiewende in Deutschland, würde diese teurer und ineffizienter machen und verlangsamen“.

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