„Klimaschutz und Energiewende sind untrennbar miteinander verbunden“

Vor zwei Tagen veröffentlichte das Magazin DIE ZEIT einen Gastbeitrag des Präsidenten des Umweltbundesamtes (UBA) Jochen Flasbarth zum Thema Energiewende. Zentrale Aussage des Experten ist, dass die Energiewende untrennbar mit dem Klimaschutz verbunden ist und es daher unabdingbar ist, diverse Reformen durchzuführen um den erneuerbaren und den fossil-nuklearen Kraftwerkspark aufeinander abzustimmen. Doch was schlägt Flasbarth vor und wie stehen seiner Meinung nach die Zeichen der Zeit? Ist eine Reform in naher Zukunft zu erwarten?

Was muss geändert werden?

UBA-Präsident Flasbarth sieht das größte Problem der Energiewende darin, dass sich die gewollte Kombination aus fluktuierenden Erneuerbaren und flexiblen Gaskraftwerken nicht so recht durchsetzt. Grund dafür ist, dass die billige Kohlekraft in Kombination mit sehr günstigen Restbeständen an Atomkraftwerken und den betriebskostenarmen erneuerbaren Energien, den Strompreis zu sehr drücken. Das führt dazu, dass die klimafreundlicheren, aber auch etwas teureren Gaskraftwerke kaum noch refinanzierbar sind. Flasbarth sieht dieses Problem als wichtigste Aufgabe der nächsten Jahre. Noch wichtiger als die viel diskutierte EEG-Reform. Der UBA-Chef betont als wichtigste Stellschraube für diese Aufgabe, den seit einiger Zeit vernachlässigten Emissionshandel. Vor allem Deutschland, soll seiner Auffassung nach wieder eine führende Rolle im internationalen Klimaschutz einnehmen.

Die poltische Lage erscheint vielversprechend

Flasbarth ist der Meinung, dass die politische Situation in Deutschland lang nicht mehr so gut für eine Reform des Emissionshandels war, wie im Moment. Denn alle drei Parteien, die für eine mögliche Koalition in Frage kommen, haben einen stärkeren Emissionshandel und eine Erhöhung des europäischen Klimaschutzziels auf 30 Prozent bis 2020 in ihren Wahlprogrammen verankert. Weiterhin hält Flasbarth eine Transformation des Kraftwerksparks für notwendig. Das bedeutet im Einzelnen, weniger Kohlekraft- und mehr Gaskraftwerke. Dies allerdings ohne wirtschaftliche Strukturumbrüche in traditionellen Kohleregionen wie Nordrhein-Westfalen und Brandenburg sondern durch eine sukzessive Transformation. Die oberste Prämisse, so betont Flasbarth, darf allerdings nicht vergessen werden. Denn die Energiewende bedeutet mehr als die Umstrukturierung des Energiesystems, es geht um unser aller Lebensgrundlage die durch Klimaschutz erhalten werden soll.

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