Jüngster Weltklimabericht veröffentlicht: IPCC rät zu einem raschen Umbau des Energiesystems

In regelmäßigen Abständen veröffentlicht der Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC), umgangssprachlich auch Weltklimarat genannt, seine Sachstandsberichte zur Entwicklung des Weltklimas in Abhängigkeit von klimawirksamen Aktivitäten der menschlichen Zivilisation. Die Berichte des Rates, der sich aus den weltweit renommiertesten Wissenschaftlern in den betreffenden Fachgebieten zusammensetzt, dienen dazu politischen Entscheidungsträgern Informationen zu liefern die gesellschaftliche Entscheidungen erleichtern sollen. Am Sonntag hat der IPCC nun den dritten Band zum fünften Sachstandsbericht in Berlin veröffentlicht. Zentrale Aussage des Berichts ist, dass sich die Klimaerwärmung noch verhindern lässt, dazu muss allerdings vor allem der globale Energiemix grundlegend verändert werden.

Haupttriebkraft des Klimawandels ist die Energieerzeugung

Das Weltklima wird durch diverse Triebkräfte beeinflusst, wobei die Energieerzeugung, so der IPCC, eine hauptsächliche Rolle spielt. Deswegen ist es nötig, den weltweiten Energiemix auf umweltfreundliche Energieträger umzustellen, so die Empfehlung des Weltklimarates. Die Beobachtungen der Experten sind eindeutig, so steigen die Kohlenstoffdioxidemissionen, trotz vieler Bemühungen, weiterhin beinahe ungebremst an. Hauptgründe sind laut IPCC das weltweite Bevölkerungswachstum, das Wirtschaftswachstum und die jüngste Tendenz zu mehr Kohlekraft. Vor allem Schwellenländer wie China oder Indien, setzen in ihrer Energiewirtschaft bevorzugt auf fossile Energieträger oder Atomkraft. Das Wirtschaftswachstum in diesen Nationen erfordert ein stabiles und steuerbares Energiesystem, welches durch erneuerbare Energieträger im Moment noch nicht möglich ist. Trotzdem empfiehlt der IPCC eine Verschiebung von Investitionen, weg von den fossilen und atomaren Brennstoffen hin zu erneuerbaren Energien. Das Schreckgespenst der Kosten entschärfen die Wissenschaftler, so meint Ottmar Edenhofer, Co-Vorsitzender des aktuellen IPCC-Berichts: „Es kostet nicht die Welt, den Planeten zu retten“. Er bezieht sich dabei auf die Berechnungen des IPCC, die bei einem angenommenen weltweiten Wirtschaftswachstum von 1,6 bis 3,0 Prozent jährlich, gerade einmal 0,06 Prozentpunkte Minus durch den Umbau im Energiemix ergeben. Wesentlicher ist die Zeit, denn diese wird allmählich knapp. Laut Weltklimarat bleiben der Menschheit nur noch rund zwei Dekaden um dafür zu sorgen, dass die Welt sich nicht weiter erwärmt. Sollten die Staaten so weiter machen wie bisher, so könnte die durchschnittliche Erdtemperatur im Jahr 2100 3,7 bis 4,8 Grad höher sein als heute.

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