Jobs durch Erneuerbare: Wie der Arbeitsmarkt von den erneuerbaren Energien profitiert

Geht es um darum, dass die Energieversorgung auf erneuerbare Energien umgestellt werden soll und dementsprechend die konventionelle Energieerzeugung weichen muss, wird von Gegnern der Transformation gern das Argument Arbeitslosigkeit angebracht.

Insbesondere die Industrielobby, allen voran die großen Energieversorger, über dadurch gern Druck auf die Politik aus, denn wer will schon dafür verantwortlich sein, wenn tausende Menschen ihren Job verlieren? Doch was ist dran an dem Argument, dass die Umstellung auf erneuerbare Energien vielen Menschen den Job kostet?

Substitutionseffekte werden übersehen

Werden Kohlekraftwerke oder Atomkraftwerke abgeschaltet führt das nicht selten zu Entlassungen, soweit ist das Argument richtig. Einige Regionen, wie die Lausitz oder das Ruhrgebiet, deren regionale Wirtschaft sehr stark auf der dortigen Kohlewirtschaft basiert, leiden besonders unter den Stilllegungen. Doch eines scheint in dieser Argumentation gern vergessen zu werden. Woher kommt die Energie, die Kohle- und Atomkraftwerke nicht mehr liefern stattdessen und wer sorgt dafür, dass diese erzeugt wird?

Meistens sind es EE-Anlagen, die diese Versorgungslöcher stopfen und dadurch neue Arbeitsplätze schaffen. Gerade für jüngere Arbeitnehmer ist es durchaus machbar sich entsprechend umschulen zu lassen und somit beispielsweise von der Kohleindustrie in die PV-Wirtschaft zu wechseln. Einige Studien haben sich bereits mit diesen Substitutionseffekten beschäftigt. Viele davon sind zu dem Ergebnis gekommen, dass die Regenerativwirtschaft die weggefallenen Arbeitsplätze abdecken teils sogar überkompensieren kann.

Zwei Millionen neue Arbeitsplätze in den USA

Eine aktuelle Studie aus den USA hat sogar ergeben, dass bei einer Umstellung der Energiewirtschaft auf 100 Prozent erneuerbare Energien nahezu zwei Millionen neue Arbeitsplätze entstehen. Die Studie der Stanford Universität mit dem Titel „100% clean and renewable wind, water, and sunlight (WWS) all-sector energy roadmaps for the 50 United States“ untersuchte dafür verschiedene Szenarien für alle Bundesstaaten der USA. Hauptergebnisse sind, dass eine Umstellung auf 100 Prozent EE sowohl wirtschaftlich und technisch machbar als auch wirtschaftlich empfehlenswert ist. So werden die bereits erwähnten zwei Millionen neuen Arbeitsplätze geschaffen und die Energiepreise werden stabiler, so die Studie.

Regionale Effekte am größten

Auch für Deutschland lässt sich ähnliches vermuten, wobei es hierzu keine vergleichbare Studie gibt. Nichtdestotrotz wird es bei einer Umstellung der Energiewirtschaft auch Verlierer geben. Insbesondere regional werden sich spürbare Effekte zeigen, so beispielsweise in den bereits erwähnten ehemaligen Braun- und Steinkohleregionen.

Auch die Region um das Sachsen-anhaltinische Städtchen Leuna, in der vor allem die Chemieindustrie beheimatet ist, sucht nach alternativen zu den schmutzigen Herstellungsverfahren von gestern. Dort versucht man eine sogenannte bio-basierte Wirtschaft aufzubauen, die nicht auf fossilen sondern auf biogenen Rohstoffen basiert und damit umweltverträglich und klimaneutral ist.

Andere Regionen, die durch die energiewirtschaftliche Transformation an Industrie und Wertschöpfung einbüßen werden, müssen künftig ähnliche Wege finden, wie es in und um Leuna bereits heute getan wird.  Mit der Schaffung neuer, zukunftsfähiger Wirtschaftssektoren am Standort lassen sich neue Arbeitsplätze schaffen. Mitunter sogar mehr als zuvor, denn die Studie aus den USA legt nahe, wie hoch auch die wirtschaftlichen Potentiale einer Regenerativwirtschaft sein können, wenn man die Transformation konsequent vornimmt.

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