Job und Studium: Auf das richtige Pferd setzen

Nach der Schule steht eine der wichtigsten Lebensentscheidungen für junge Menschen an. Was mache ich in Zukunft, welchen Beruf will ich ausüben? Diese Entscheidung ist nicht einfach und muss wohl überlegt sein. Bei der Entscheidungsfindung helfen oftmals die Zukunftsperspektiven der jeweiligen Berufsrichtung. Während in den vergangenen Jahren zunehmend Abiturienten in Studiengänge mit Ausrichtung auf erneuerbare Energien strömten, scheint dieser Trend vorerst gestoppt. So sinken die Bewerberzahlen für entsprechende Studienrichtungen an vielen Universitäten und Hochschulen drastisch. Doch warum ist das so und wie berechtigt ist die neue Zurückhaltung gegenüber der Regenerativbranche bei den Studienanfängern?

Massiver Einbruch der Bewerberzahlen

In einem Interview mit dem Fachmagazin „Erneuerbare Energien“ betont Professor Volker Quaschning von der HTW Berlin die geringen Bewerberzahlen für die Regenerativstudiengänge.  „Mindestens die Hälfte unserer Absolventen kommt noch in der Branche unter, die anderen branchenfremd. Insofern ist es auch heute sinnvoll, Ingenieure in dem Bereich auszubilden. Da habe ich kein Problem. Ich mache mir eher Sorgen, weil unsere Bewerberzahlen massiv eingebrochen sind. Wir hatten vor drei Jahren noch etwa viermal so viele Bewerber für unseren Studiengang wie jetzt“, so Quaschnings drastische Worte. Er sieht diese Tendenz negativ und meint, dass auch künftig Ingenieure in den Bereichen der erneuerbaren Energiewirtschaft unerlässlich sein werden. Quaschning spricht sogar von einem bevorstehenden Fachkräftemangel, sollte die Situation so bleiben. Doch woran liegt der Rückgang der Bewerberzahlen?

Exzellente Berufschancen für IT-Experten und Elektroingenieure

Laut einer Umfrage des VDE unter den eigenen Mitgliedern, sind die Zukunftsaussichten für Ingenieure weiterhin sehr gut. Insbesondere Experten der Informationstechnik und Elektrotechnik werden gern eingestellt. 84 Prozent der rund 1.300 befragten Mitgliedsorganisationen des VDE sehen entsprechend Gute Chancen in den Bereichen Smart Cities, Smart Grid, Industrie 4.0 und Elektromobilität für Absolventen. Den Rückgang der Bewerberzahlen an den Hochschulen und Unis sehen Branchen-Experten vor allem in den schlechten Meldungen zur Regenerativwirtschaft in den letzten Jahren begründet. Es begann mit dem Einbruch der deutschen Photovoltaik-Branche durch die Billigkonkurrenz aus China und manifestierte sich in einer teils fehlgeleiteten Förderpolitik für die erneuerbaren Energien. Selbst die Kanzlerin sprach zuletzt auf der Hannover Messe davon, dass sich die Energiewende in einer „kritischen Phase“ befinde. Dies ist soweit auch richtig, denn die Branche konsolidiert sich gerade eben und sieht sich mit entsprechenden Herausforderungen konfrontiert. Nichtdestotrotz wird es auch zukünftig keine schlechte Wahl sein, sich für eine Ausbildung im Regenerativbereich zu entscheiden. Fachkräfte werden auch zukünftig gesucht werden. Sollte sich die Branche nach ihrer Konsolidierung endgültig etablieren, wird ein Großteil der deutschen Energie- und Infrastrukturwirtschaft eben jenen Absolventen offen stehen.

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