Ist Deutschlands Markt für erneuerbare Energien auch in Zukunft attraktiv für Unternehmen?

Die Koalitionsverhandlungen dauern an und noch ist nichts endgültig beschlossen oder gar umgesetzt, doch beim Thema Energie scheinen sich Union und SPD weitgehend einig zu sein, zumindest wenn es nach den Verhandlungsführern geht. Der große Konsens zwischen den beiden potentiellen Koalitionspartner im Bereich der Energiepolitik lässt sich vereinfacht wie folgt zusammenfassen: Die Förderung erneuerbarer Energien, vor allem von Windenergie und Photovoltaik, soll gekürzt werden. Hauptargumente für die Kürzung sind vor allem die Strompreisbremse und die Marktintegration der erneuerbaren Energien. Viele Experten teilen diese Argumentation allerdings nicht und kritisieren die Pläne von Union und SPD. Auch die Unternehmen der Branche sehen die Forderungen sehr kritisch, denn je geringer die Förderung von erneuerbaren Energien in Deutschland ausfällt desto unattraktiver wird der gesamte regionale Markt für viele Firmen des Sektors.

Fokus nach China

Als Abbild der Sorgen die viele Unternehmen hegen, skizzierte das Handelsblatt kürzlich den Fall des französischen Photovoltaik-Herstellers Schneider Electric. Ein Branchenriese mit 24 Milliarden Euro Umsatz im vergangenen Jahr und rund 140.000 Mitarbeitern. Doch auch ein derart großer Industriekonzern, der durchaus in der Liga von Siemens und Co. mitspielt, sieht die Entwicklung auf dem deutschen Markt als sehr problematisch an. So betonte die Deutschland-Chefin von Schneider Electric, Rada Rodriguez in einem Interview mit Handelsblatt Online: „Der Einbruch durch die Kürzung der Photovoltaik-Förderung in der Branche ist massiv“. Laut Prognosen, wird der Abwärtstrend im Bereich der Photovoltaik für kommendes Jahr abflachen, doch trotzdem liegen die zukünftigen Wachstumsmärkte der Branche in anderen Regionen. So auch bei Schneider Electric, wo man sich in Zukunft mehr auf China fokussieren wird. Dazu sagte Rodriguez Handelsblatt Online: „Wir werden das Geschäft weiter aus Deutschland begleiten, obwohl der Großteil des Geschäfts nicht mehr in Deutschland stattfinden wird“. Es ist mehr als fraglich ob diese Entwicklung den Standort Deutschland stärken wird. Inwieweit die Koalitionspartner dies in ihre Überlegungen einbeziehen, werden erst die konkreten Beschlüsse nach den Verhandlungen zeigen.

Tags

Weitere passende Beiträge

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Close
Close