Ist Biomasse geeignet um die Emissionsziele zu erreichen?

Die energetische Nutzung von Biomasse gilt als Streitthema unter Energie- und Klimaexperten. Die Nutzung birgt nicht vernachlässigbare Vorteile, die kaum ein anderer regenerativer Energieträger leisten kann. Beispielweise die gute Steuerbarkeit, welche Solarenergie und Windenergie fehlt.

Allerdings sind auch diverse Nachteile bekannt, welche die energetische Biomassenutzung fragwürdig erscheinen lassen. So ist bisher noch nicht völlig bewiesen, ob die Nutzung energetischer Biomasse Kohlenstoffdioxid-neutral abläuft. Oder ob sich die Emissionsmengen lediglich verringern, teils in sogar derartig geringem Umfang, dass die Erdgas Nutzung klimaschonender wäre.  

Biodiversität, Flächenkonkurrenzen, Eutrophierung

Der Ausbau des Energiepflanzenanbaus steht im Zentrum der Kritik. Während man sich bei der energetischen Nutzung biotischen Abfalls, wie Gülle, weitgehend einig ist, dass dieser geringe negative Konsequenzen birgt, sorgt der Energiepflanzenanbau für Kopfzerbrechen.

Durch die Ausweitung der Anbauflächen kommt es teilweise zur Brandrodung, wodurch die Biodiversität gefährdet wird und zudem große Mengen an Kohlenstoffdioxid emittieren. Weiterhin entstehen Flächenkonkurrenzen gegenüber der Nahrungsmittelproduktion, was vor allem der konventionellen Landwirtschaft ein Dorn im Auge ist. Durch die Düngung der Felder, emittiert Lachgas im Zuge der Verwendung von Stickstoffdünger.

Bei der eigentlichen Herstellung synthetischen Düngers für die Düngung der Energiepflanzen entstehen zusätzliche Treibhausgasemissionen. Im weiterem sickern die Düngemittel nicht selten in nahe liegende Oberflächengewässer, was zu deren Eutrophierung also einer Nährstoffanreicherung beiträgt.

Problemfelder: Wassernutzung und Verbrennung fester Biomasse

Weitere Probleme sehen Experten in der Verwendung enormer Wassermengen für die Energiepflanzen. Vor allem in südlichen, ariden Gebieten ein beinahe nicht tolerierbares Problem, was denn Anbau energetischer Biomasse in diesen Regionen völlig unrentabel macht.

Zudem führt die Verbrennung von fester Biomasse, wie beispielsweise Holz zu höheren Schadstoffemissionen als die von Erdöl oder Erdgas. Dabei handelt es sich weniger um Kohlenstoffdioxid, denn dessen Neutralität ist bei Holz gewährleistet, allerdings um Ruß, PAK oder Kohlenmonoxid. Trotz dieser Problemfelder ist die energetische Nutzung von Biomasse in Zukunft sehr wichtig um Flexibilität in das System zu bringen.

Aktuelle Untersuchungen einschlägiger Forschungseinrichtungen legen zudem nahe, dass die Emissionswirkung der Biomassebereitstellungskette relativ gering und entsprechend tolerierbar ist.

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