Helios löst sich in Luft auf

Das griechische Solargroßprojekt Helios wurde noch vor zwei Jahren als die Rettung Griechenlands dargestellt. Mit seiner Hilfe sollte die Energieversorgung des Landes von Braunkohle auf erneuerbare Energien umgestellt werden, es sollten Arbeitsplätze geschaffen und die Wirtschaft angekurbelt werden.

Inzwischen hat sich das große Wunschprojekt jedoch so gut wie in Luft aufgelöst. Der Grund hierfür: die Griechen waren nur wenig begeistert von der Idee, ein Großprojekt vor die Nase gesetzt zu bekommen, das größtenteils von geldgierigen ausländischen Investoren getragen werden sollte. Traditionell ist die Stromversorgung in Griechenland eher zentralisiert. Die Zahl der großen Projekte hat die Bevölkerung aus diesem Grund stutzig gemacht.

Ausländische Investoren witterten das große Geld in Helios, denn die enormen Einspeisevergütungen in Griechenland können sich sehen lassen. Bis zu zehn oder fünfzehn Cent mehr als in Deutschland werden hier pro Kilowattstunde gezahlt, doch ebenso wie in der Bundesrepublik sind es auch die Bürger, die dafür aufkommen müssen.

Dass diese gegen Projekte wie Helios demonstrieren, ist deshalb nur verständlich. Würden Kommunen oder Genossenschaften kleinere Projekte zum Thema erneuerbare Energien in die Hand nehmen, sähe die Lage schon ganz anders aus. Helios selbst wird inzwischen als undurchführbar eingestuft und wird daher wohl niemals das Licht der Welt erblicken.

Die Investoren haben sich zu früh gefreut, doch auch Umweltschützer, die gerne eine Umstellung der griechischen Stromversorgung von Braunkohle auf Sonne gesehen hätten, haben sich mehr von Helios erwartet. Nun bleibt zu hoffen, dass kleinere Projekte in den Kommunen anlaufen, so dass sich die Versorgung durch erneuerbare Energien vielleicht doch bald durchsetzen kann.

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