Hélène Pelosse, die Leiterin der Internationalen Organisation für Erneuerbare Energien (Irena), tritt zurück

Nur eine Woche nach dem überraschenden Tod des „Solarpapstes“ und gerade in Branchenkreisen sehr geschätzten SPD Politikers Hermann Scheer gab jetzt Hélène Pelosse ihren Rücktritt von der Internationalen Organisation für Erneuerbaren Energien (IRENA) bekannt, für deren Gründung Scheer maßgeblich mit verantwortlich war. Trotz seines international recht hohen Bekanntheitsgrades wurde Scheer von Sigmar Gabriel nicht zum Vorsitzenden der im Januar 2009 in Bonn gegründeten IRENA gewählt. Stattdessen bekam Hélène Pelosse die Aufgabe die Organisation zu leiten und übernahm damit eine in vielseitiger Hinsicht schwierige Aufgabe.

Einerseits stand Pelosse seit Antritt ihrer Führungsposition unter dem enormen Druck der an sie gerichteten Erwartungen gerecht zu werden. Während ihre fachliche Kompetenz eigentlich immer außer Frage stand, wurden gerade an ihrer Führungsfähigkeit offenbar immer wieder Zweifel laut. Andererseits musste Pelosse seit ihrem Amtsantritt gegen finanzielle Schwierigkeiten ankämpfen. So blieben viele Mitgliedsstaaten ihre Beitragszahlungen schuldig. Allein die USA schuldeten der Irena Ende August 3 Millionen Dollar. Japan verpasste Beitragszahlungen von 2,1 Millionen Dollar und Italien zahlte 870.000 Dollar nicht. Gegenüber dem Magazin photovoltaik sagte Pelosse noch Ende September: Wenn bei diesen Ländern eine Zahlungsbereitschaft vorhanden wäre, hätten sie uns das Geld schon überwiesen.“

Diese finanziellen Schwierigkeiten dürften wohl der Hauptgrund für den Rücktritt Pelosses gewesen sein. Jetzt muss auf der am 24. und 25. Oktober in Abu Dhabi stattfindenden Jahresversammlung der IRENA ein Nachfolger gefunden werden. An dieser schwierigen Aufgabe werden über 400 Experten und Minister aus sämtlichen Teilen der Welt beteiligt sein.

Tags

Weitere passende Beiträge

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Close
Close