Nun doch bald Fracking in Deutschland?

Die Förderung von Schiefergas mit der so genannten Fracking Methode bleibt in Deutschland weiterhin stark umstritten. Doch vielleicht nicht mehr lange, denn nun hat sich eine Initiative in den Fraktionen von CDU und FDP gebildet, die erreichen will, dass die umstrittene Form der Gasförderung auch in Deutschland mit gewissen Einschränkungen zugelassen wird. Die Fraktionen forderten Umweltminister Altmaier und Wirtschaftsminister Rösler dazu auf, noch in diesem Monat einen Gesetzesvorschlag für eine bundesweite Regelung der Gasförderung vorzulegen. 

Diejenigen, die jetzt auf eine Durchsetzung der Förderung drängen, geben als Grund dafür an, dass Fracking einen bedeutenden Teil der deutschen Energieversorgung übernehmen könnte. Die USA dienen als Vorbild. Hier wird Schiefergas bereits im großen Stil durch das Fracking gefördert, was inzwischen dazu geführt hat, dass die Gaspreise massiv gesunken sind. Sie liegen nur noch bei etwa einem Drittel der deutschen Preise. Befürworter des Frackings geben an, dass das Bruttoinlandsprodukt der Vereinigten Staaten bis 2020 um zusätzliche zwei bis drei Prozent wachsen könne. Besonders deutsche Industrieverbände setzen sich nun verstärkt fürs Fracking ein, damit die USA ihnen mit dem Geschäft nicht davonläuft.

Die Fördertechnik, bei der mit hohem Druck unter Einsatz von Wasser, Sand und Chemikalien das Gestein aufgebrochen wird, so dass Gas nach oben entweichen kann, wird allerdings vom Bundesumweltamt noch immer äußerst kritisch betrachtet. Die Risiken für das Beispiel der Bundesrepublik könnten sehr hoch sein, wenn man bedenkt, wie dicht besiedelt das Land ist. Besonders in der Nähe von Trinkwasserschutzgebieten wäre die Förderform undenkbar, in Deutschland somit auf 14 Prozent der Fläche. Zwar ist Fracking an sich keine neue Technik, doch die Erschließung unkonventioneller Schiefergasvorkommen mit Horizontalbohrungen ist ebenso neu wie umstritten.

Obwohl in Deutschland damit 13 Jahre lang der Gasbedarf gedeckt werden könnte, haben sich zahlreiche Bürgerinitiativen in den Gebieten gebildet, wo Fracking tatsächlich durchgeführt werden könnte, zum Beispiel in Nordrhein-Westfalen oder Niedersachsen. Die Angst vor der Verseuchung des Trinkwassers mit giftigen Chemikalien ist groß. Deshalb soll zumindest der Einsatz umweltgefährdender Stoffe verboten bleiben, egal ob Fracking kommt oder nicht.

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