Förderer der Elektromobilität: Discounter macht den Anfang

Es mutet kurios an, wenn eines der einflussreichsten und erfolgreichsten Unternehmen Deutschlands etwas verschenkt und es auf den ersten Blick keinen Haken gibt. Doch genau das scheint gerade der Fall bei Aldi Süd zu sein, wie die ZEIT vor kurzem berichtet. Der Discounter will künftig an 50 Filialen deutschlandweit kostenfrei Strom anbieten und zwar zum Auffüllen von Elektroautos. Offiziell begründet das Unternehmen dies damit, dass man „einen Beitrag zur Energiewende“ leisten möchte. Tatsächlich erhält Aldi keine Fördermittel oder andere Vergünstigungen vom Staat für diese Aktion.

Aldi als Vorreiter

Kostenloser Strom als Anreiz zur Elektromobilität und als Imagepolitur ist keine neue Idee. Insbesondere Stadtwerke bieten an Ihren regional verfügbaren Ladesäulen den Strom oft kostenlos an. Schon allein aus dem Grund, dass es bislang keine einheitlichen Bezahlsysteme gibt. Der Unterschied zu Aldi ist allerdings, dass hinter diesen Aktionen meist Förderprogramme stehen, die die Kosten zumindest teilweise tragen.

Aldi finanziert diese Aktion allerdings selbst und investiert bereits für die Anschaffung der 50 Ladesäulen etwa 2,2 Millionen Euro. Die Energiewende scheint dem Discounter ein wirkliches Anliegen zu sein. 850 Filialen und 29 Logistikzentren hat Aldi bereits mit Photovoltaikanlagen ausgestattet. Mit hoher Wahrscheinlichkeit wird der Strom, der an den Ladesäulen kostenlos zur Verfügung steht über die PV-Anlagen bezogen. Somit kann Aldi die Kosten für die Strombereitstellung gering halten.

Möglichkeit zur Kundenbindung

Vollkommen Uneigennützig ist die Aktion des Discount-Riesen allerdings nicht, denn immerhin sorgt dies sowohl für gute Publicity als auch für Kundenbindung. Bedenkt man, dass momentan nur sehr wenige Elektroautos und Hybride auf Deutschlands Straßen unterwegs sind liegt Aldis Intention wahrscheinlich dennoch hauptsächlich im Idealistischen begründet.

Die neuen Ladesäulen verfügbaren über alle gängigen Anschlüsse und sind mit einer maximalen Ladezeit von einer Stunde gegen Missbrauch gesichert. Aldis Engagement sorgt bei Befürwortern der Elektromobilität für viel Zuspruch. Vielleicht entfaltet sich dadurch auch eine Vorbildwirkung für andere Unternehmen. Insbesondere Discounter, Supermärkte, Hotelketten oder Restaurantketten sind gut geeignet den Ausbau der Ladeinfrastruktur aktiv mit zu forcieren, da deren Filialen bundesweit verteilt sind. Stadtwerke beispielsweise können meist nur die regionale Infrastruktur beisteuern.

Elektroauto tanken auch in Zukunft noch kostenlos?

Laut Experten könnte das Stromverschenken, wie es Aldi praktiziert, künftig zum Status Quo werden. Insbesondere in Zeiten in den Wind- und Solarenergieanlagen Überschüsse produzieren sind E-Autos als Stromsenken gefragt, sodass dieser Strom dann umsonst getankt werden könnte. Vielleicht sind es gerade die privatwirtschaftlichen Initiativen die der E-Mobilität endlich zum Boom verhelfen, denn momentan ist der Markt noch wenig begehrt.

Die Förderprogramme der Bundesregierung entfalten bislang kaum Wirkung, auch wenn dafür hohe Beträge bereitgestellt worden. Sogar die deutschen Automobilriesen tun sich schwer im neuen Segment. Eine Million Elektroautos auf Deutschlands Straßen im Jahr 2020, so lautet weiterhin das Ziel der Bundesregierung. Vielleicht gelingt durch Initiativen, wie der von Aldi, doch noch das Wunder und man erreicht diese Marke?

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Autor: Peter Baumeister

Der Autor Peter Baumeister > Über 25 Jahre Berufserfahrung im Bereich Bauen und Elektroinstallationen verdienen es zu Papier gebracht zu werden. Dabei neue interessante Tools und Techniken für Handwerker zu testen ist meine Passion.

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