Erneuerbare Energien werden immer wichtiger: Atomstrom erstmals überholt

Obwohl in Deutschland auch nach dem Reaktorunglück von Fukushima im Jahr 2010 noch Strom aus Atomkraft produziert wird, sank deren Anteil im vergangenen Jahr auf 16,1 Prozent und liegt damit hinter den erneuerbaren Energien mit einem Anteil von 22 Prozent im Jahr 2012. Die Daten gehen auf aktuelle Erhebungen des Bundesamtes für Statistik zurück.

Insgesamt liegen die erneuerbaren Energien nunmehr auf den zweiten Rang der wichtigsten Primärenergieträger in der Stromerzeugung. Nur Braunkohle ist mit einem 26 prozentigen Anteil an der Bruttostromerzeugung noch vor den Regenerativen.

Die letzten Jahre des Atomstroms

Die rückläufige Entwicklung im Bereich nuklearer Stromerzeugung ist schon seit einigen Jahren zu erkennen. So betrug der Anteil der Atomkraft an der Stromerzeugung im Jahr 1997 noch 30,8 Prozent. Ein ewiger Höchstwert, den seitdem gehen die Anteile des Atomstroms permanent zurück.

Eine der wichtigsten Entscheidungen in der Verwendung von atomarer Energie zur Stromproduktion stellt das Jahr 2011. Im Zeichen der Reaktorkatastrophe von Fukushima beschloss Deutschland den Atomausstieg. Der Todesstoß für die Atomkraft. Seitdem wurden diverse Kraftwerke abgeschaltet, sodass aktuell nur noch neun Kernkraftwerke am Netz sind.

Die Frage nach zusätzlichen Kapazitäten atomaren Stroms stellt sich entsprechend nicht mehr. Ein anderes Thema ist zum Politikum geworden, die Suche nach einem geeigneten Endlager für den Atommüll.

Wohin mit atomaren Abfall?

Bis 2015 will die Bundesregierung einen Plan für Kriterien zur Entscheidungsfindung in der Endlagerfrage vorlegen. Bis dahin bleibt das Thema ungelöst. Erst gegen Ende des Jahres 2031 soll eine endgültige Entscheidung getroffen sein. Im Gegensatz zur Atomenergie soll bis dahin ein erheblicher Teil der Stromproduktion aus erneuerbaren Energien stammen.

Anvisiert sind Prozentanteile von 50 Prozent an der Bruttostromerzeugung oder auch mehr. Die zwei wichtigsten Pfeiler werden Windkraft und Solarenergie sein. Dies lässt sich auch jetzt schon beobachten. Allein Windkraft macht mittlerweile 7,4 Prozent der deutschen Bruttostromerzeugung aus, beinahe so viel wie Erdgas (11 % Prozent).

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