EON bei der Sanierung: Verkauf der norwegischen Öl- und Gasfelder

Die Energiewende hat insbesondere die großen Energiekonzerne hart getroffen. RWE, EON und Vattenfall befinden sich deshalb gerade in einer einmaligen Umstrukturierung. Dies bekräftigt auch der neueste Verkauf von EONs Gas- und Ölfeldern in Norwegen an den russischen Ölmagnaten Michail Fridman.

Die Felder verkauft EON nicht, weil sie unrentabel wären sondern aus Sanierungsgründen. Immerhin hat der Energieriese Schulden in Höhe von 29 Milliarden Euro angehäuft. Diese, so die Strategie des Konzerns, müssen mit der Umstrukturierung des Unternehmens reduziert werden um auch mit den neuen Geschäftsmodellen konkurrenzfähig zu bleiben.

Fridman weitet Einfluss aus

Für rund 1,4 Milliarden Euro gehen die Öl- und Gaslizenzen EONs an Fridmans Unternehmen Deutsche Erdöl AG Dea, welches er erst vor kurzem für 5,1 Milliarden Euro von RWE abgekauft hatte. Dea besitzt damit insgesamt rund 190 Gas- und Öllizenzen.

Damit kommt ein großer Teil der ehemals deutschen Öl- und Gasfelder unter russischen Einfluss, was in Anbetracht der Spannungen zwischen Russland und dem Westen für weiteres Konfliktpotential sorgen könnte. Noch ist der Deal allerdings nicht beschlossene Sache, da er von den norwegischen Behörden und der EU-Kommission genehmigt werden muss.

EON unter Sanierungsdruck

Für EON ist die Geldspitze aus dem Verkauf von hoher Bedeutung für die Umstrukturierung des Konzerns. Das Unternehmen ist durch die Energiewende stark geschwächt worden und kann sich somit durch den Verkauf von Randgeschäften wieder etwas finanziellen Spielraum erarbeiten.

Michail Fridman, einer der einflussreichsten Oligarchen Russlands, festigt damit seinen Einfluss im Öl- und Gasmarkt. Durch den Verkauf von EONs Gas- und Ölfeldern sowie dem vorhergegangen Verkauf von RWE Dea an Fridman, gerät Europa in eine noch stärkere Importabhängigkeit von russischen Energierohstoffen. Ein weiterer Grund die Energiewende und die damit einhergehende geopolitische Unabhängigkeit von fossilen Rohstoffen voranzutreiben.

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