Energiewende weltweit: Photovoltaik-Boom in den USA

Es hat einige Zeit gedauert, bis man in den Vereinigten Staaten begann sich für erneuerbare Energien zu interessieren. Vielmehr wurde versucht konventionelle Alternativen zu finden, allen voran das Hydraulic Fracturing, kurz Fracking, mit dem Erdgas und Erdöl aus Rissen im Tiefengestein gefördert werden kann.

Die gesundheitlichen Risiken der Methode wurden in den USA kontrovers und öffentlichkeitswirksam diskutiert, sodass beispielsweise New York und Vermont das Fördern von Schiefergas mittels Fracking gesetzlich untersagten. Nach diesem letzten Aufbäumen der konventionellen Energiewirtschaft zieht die Energiewende nun auch in den USA ihre Kreise. Insbesondere der Photovoltaikmarkt erlebt aktuell einen Boom.

Energiepolitische Kehrtwende in Washington

Jahrzehnte war die US-amerikanische Energiewirtschaft von Erdöl und Erdgas bestimmt. Insbesondere im Bundesstaat Texas wurden große Mengen des „schwarzen Golds“ gefördert, was seinerzeit vielen Texanern zu erheblichen Reichtum verhalf. Doch die fossilen Rohstoffe sind endlich und so geriet die US Energiewirtschaft zunehmend unter Druck und in Abhängigkeit von Erdölimporten aus anderen Staaten.

Mit den Fracking-Boom kam neuer Optimismus auf, da anfangs viele annahmen, dass man mit Schiefergas energieautark werden wird und zudem Überschüsse exportieren könne. Doch die Umwelt- und Gesundheitsschäden durch Fracking sind kaum kalkulierbar, sodass auch die Vereinigten Staaten in der Energiepolitik umgelenkt haben. Der aktuelle Bericht des National Resource Defence Council (NRDC) zur künftigen Stromversorgung in den USA zeigt vor allem einen drastischen Ausbau der Photovoltaik. Zum vierten Mal in Folge verdoppelten sich die PV-Kapazitäten.

Windkraft und Wasserkraft weiterhin führend

Ähnlich wie in Deutschland liegt PV-Strom nun auf Platz zwei hinter der Windkraft im Ranking der wichtigsten regenerativen Energieträger für die Stromproduktion, wenn man die historisch gewachsene Wasserkraft außen vor lässt. Windenergie liefert in den USA etwa zwei Drittel des gesamten Ökostroms (ohne Wasserkraft). Im Jahr 2014 entsprach das rund 13.000 Gigawattstunden.

Die Wasserkraft liefert aktuell sechs Prozent des gesamten US-amerikanischen Stroms. Die übrigen grünen Energien steuern in Summe 7,5 Prozent bei. Allerdings lässt sich ein leichter Wandel erkennen, denn der Anteil der Wasserkraft ist leicht gesunken während die anderen erneuerbaren Energien steigende Anteile verweisen können. Insbesondere die Windkraft wird seit einigen Jahren sehr stark ausgebaut.

PV-Ausbau boomt

Nun folgt die Photovoltaik der Windkraft im Ausbau. Insbesondere im laufenden Jahr wurde die installierte Leistung an Solarstromanlagen in den USA um ein Vielfaches gesteigert. Aktuell sind rund 20 Gigawatt an Photovoltaik im gesamten Land installiert. Viele Bundesstaaten in den USA sowie auch die Regierung selbst wollen die Treibhausgasemissionen reduzieren und forcieren daher die erneuerbaren Energieträger.

In Washington hat man beispielsweise einen sogenannten Clean Power Plan (CPP) verabschiedet, der unter anderem das Ziel der Obama Regierung, nämlich die Treibhausgasemissionen bis 2030 um ein Drittel im Vergleich zu 2005 zu reduzieren, anvisiert. Noch hinken die USA anderen Industriestaaten, etwa Deutschland, in Sachen Energiewende weit hinterher.

Insbesondere die Hardliner in den Kongressen und Lobbyverbänden haben lange für konventionelle Lösungen gekämpft. Nur allmählich ging ein Umdenken durchs Land. Die Autoren der Studie sind allerdings optimistisch, dass auch in Zukunft verstärkt auf die erneuerbaren Energien gesetzt wird und die USA zu den Staaten, die bei der Energiewende schon weiter sind, aufschließen kann.

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