Energieautarke Regionen: Wieviel Potential ist vorhanden?

Autarkie ist ein gewaltiges Schlagwort, was nicht selten, vor allem in der öffentlichen Debatte, recht inflationär verwendet wird. Auch im Kontext der Energiewende taucht das Wort auf. Hierbei im Zusammenhang mit sogenannten energieautarken Regionen, Kommunen oder Dörfern.

Es stellt sich die Frage was hinter der Terminologie steckt, also ob es wirklich bereits Regionen gibt die unabhängig von überregionaler Versorgung funktionieren? Die Antwort ist nicht einfach, so wird hundertprozentige Autarkie wohl kaum erreichbar sein, da die Unsicherheiten trivialerweise zu hoch werden. Doch das Risiko lässt sich minimieren, sodass ein Großteil der regionalen Energieversorgung auch heute schon autark gestaltet werden kann.

Beispiele gibt es genügend

Beispiele für energieautarke Regionen gibt es einige. Dabei bedeutet energieautark aber eher, dass die jährliche Energiebilanz der Region ausgeglichen ist und primär durch vor Ort verfügbare erneuerbare Energieträger gedeckt werden muss. Es ist nicht zwingend notwendig, dass Regionen vollkommen unabhängig von der überregionalen Versorgung sind. Viele Orte streben dies allerdings an.

So listet beispielsweise das Projekt „100-ee“ des Instituts dezentrale Energietechnologien (die) einige Regionen auf, die es anstreben sich hundertprozentig durch erneuerbare Energien weitgehend selbstständig zu versorgen. Weitere Beispiele finden sich auch unter dem Schlagwort „Bioenergiedorf“.

Jühnde in Niedersachsen ist dabei exemplarisch. Das Dorf war das erste Bioenergiedorf in Deutschland. Dem Beispiel Jühndes folgten anschließend viele andere Kommunen und Regionen. Heute ist die Ortschaft schon relativ weit in ihrer Entwicklung. So erzeugt eine 700 kW-Biogasanlage mit Blockheizkraftwerk (BHKW) den gesamten Strombedarf des Ortes.

Dem nicht genug, mittlerweile erzeugt die Anlage sogar 200 Prozent des Jühnder Strombedarfs, sodass auch eingespeist werden kann, was die regionale Wertschöpfung enorm steigert. Etwa 70 Prozent der Haushalte im niedersächsischen Ort sind an die regionale Versorgung angeschlossen.

Im Wärmebereich stellen ein 600 kW-Holzschnitzel Heizwerk und ein 350 kW-Ölbrenner für Lastspitzen etwa 75 Prozent des Wärmebedarfs bereit. Künftig will man in Jühnde auch auf Elektromobilität umsteigen, sodass auch der Sektor Mobilität autark wird.

Tags

Weitere passende Beiträge

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Close
Close