Elektroanteil der Carsharing-Angebote nimmt weiter zu

Die Bereitschaft der Deutschen, ein Elektroauto zu kaufen, ist in den vergangenen Jahren leicht gesunken. Hauptgründe für die wachsende Skepsis sind die Mehrkosten im Bereich der Anschaffung und die mangelnden Reichweiten der E-Autos. Dies belegen die Ergebnisse einer Studie der Credit-Plus Bank.

Carsharing-Fahrzeuge dagegen werden immer beliebter. Zum 01. Januar 2014 registrierte der Bundesverband CarSharing in Deutschland insgesamt über 750.000 registrierte Carsharing-Nutzer. Ein Jahr zuvor waren es gerade einmal 450.000. Eine beachtliche Entwicklung – die auch aus Sicht nachhaltiger Mobilität von Bedeutung ist. Denn immer mehr Carsharing-Unternehmen stocken jetzt den Elektroanteil ihrer Flotten auf.

Marktführer steigen auf E-Autos um

Die Zahl der Carsharing-Angebote wächst stetig. Zudem werden immer mehr Stadtgebiete durch die wachsenden Flotten abgedeckt. Zum Jahresanfang 2014 hießen die flottenstärksten Anbieter Car2go, Autonetzer und Flinkster. Die hiesige Hauptstadt des Autoteilens ist dabei unangefochten Berlin mit der größten Zahl verfügbarer Carsharing-Fahrzeuge. Dabei lässt sich ein Trend feststellen: Der Anteil der elektrisch betriebenen Fahrzeuge nimmt ständig zu.

Im September 2012 startete Citroën in Berlin mit dem Carsharing-Unternehmen Multicity die erste rein elektrische Flotte in Deutschland. Aktuell fahren schon 500 Citroën C-Zero durch die Hauptstadt – und legen dabei jährlich fast 50.000 Kilometer emissionsfrei im Berliner Stadtgebiet zurück.

Auch die großen Free-Floating-Konkurrenten wie Car2go und Drive-Now sind im Begriff, den elektrischen Anteil ihrer Flotten zu vergrößern. So bietet Drive-Now seinen Kunden seit Juni 2013 in Berlin und München 60 Modelle des BMW ActiveE an. Ab diesem Jahr soll zusätzlich der neue BMW i3 in das Angebot aufgenommen werden.

Auch Car2go erweitert stetig seine Flotten in verschiedenen deutschen Städten wie Köln, Stuttgart, München, Hamburg und Berlin. Insbesondere der Elektro-Kleinwagen Smart fourtwo electric drive gewinnt zunehmend an Bedeutung. So startete Car2go beispielsweise in Stuttgart Ende 2012 eine rein elektrische Flotte von 450 Stromern.

Im Dezember 2013 wurden dann sowohl das Stuttgarter Geschäftsgebiet als auch die dortige Flotte auf 500 E-Smarts vergrößert. Damit besitzt der Daimler-Ableger die derzeit größte Elektroflotte in Deutschland – mit welcher laut Unternehmensangaben allein in Stuttgart schon über 2 Millionen Kilometer abgasfrei zurückgelegt wurden. Auch innovative Fahrzeuge wie die Smart-Variante „car2go edition“ mit Solardach werden inzwischen bei Car2go geteilt.

Carsharing als Elektro-Botschafter?

Während Lieferdienste oder Carsharing-Firmen derzeit einen wichtigen Absatzmarkt für Elektroautos bilden, entwickelt sich der Bereich der privaten E-Fahrzeuge nur sehr langsam. Anfang des Jahres 2014 waren laut Statistik des Kraftfahrtbundesamtes in Deutschland 12.156 reine Elektrofahrzeuge registriert. Demgegenüber sind auf den hiesigen Straßen knapp 44 Millionen Pkw mit Verbrennungsmotor unterwegs.

Damit ist der Gesamtanteil der emissionsfrei betriebenen Fahrzeuge noch immer verschwindend gering. Die verstärkte Elektro-Ausrichtung der Carsharing-Anbieter (insbesondere in Anbetracht der stark steigenden Nutzungszahlen) könnte jedoch dafür sorgen, den strombetriebenen Pkw auch im privaten Fahrzeugbereich endlich zu mehr Popularität zu verhelfen.

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