EEG Kompromiss könnte zu Mehrkosten von zehn Milliarden Euro führen

Die Ministerpräsidenten der Länder konnten ihre Forderungen bezüglich der kommenden Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) beim vergangenen Energiegipfel in Berlin durchsetzen. Damit ist es vor allem den südlichen Bundesländern gelungen, den Betrieb von Onshore-Windenergie in Gegenden mit geringer Windhöffigkeit weiterhin rentabel zu halten. Zuvor warnte man davor, dass die Novelle des EEG, wie sie Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) ursprünglich plante, zum Ende der Windkraft in Bayern und Baden-Württemberg führen könnte. Der Kompromiss zwischen Bund und Länder hat diese Befürchtung nun entschärft. Die Onshore-Windkraft soll weniger starke Einschnitte erfahren, genauso wie Biogasanlagen. Einem Bericht des Spiegel, der auf einem Papier des Bundeswirtschaftsministeriums basiert, zufolge, soll der Kompromiss zu Mehrkosten von zehn Milliarden Euro für den Verbraucher führen.

Starker Anstieg der EEG-Umlage

Gemäß dem Bericht des Spiegels legen Berechnungen des Bundeswirtschaftsministeriums nahe, dass in den kommenden sechs Jahren rund zehn Milliarden Euro an Mehrkosten auf Stromkunden zukommen. Eine kuriose Entwicklung bedenkt man, dass Vizekanzler Gabriel doch eigentlich die Kosten der Energiewende senken möchte. Ganz im Gegenteil, so die Berechnungen des Ministeriums, steige die EEG-Umlage aufgrund des Kompromisses bis 2020 auf 7,7 Cent pro Kilowattstunde. Ein Anstieg um 1,5 Cent pro Kilowattstunde zum heutigen Niveau. Für einen durchschnittlichen deutschen Vier-Personen-Haushalt entspricht dieser Anstieg 60 Euro an Mehrkosten pro Jahr. Die Ergebnisse seines Ministeriums werden Gabriel wohl nicht sehr zufrieden stimmen. Auch andere Experten sehen diese Entwicklung. So sagte Andreas Löschel, Chef der Expertenkommission die im Auftrag der Bundesregierung die Energiewende begutachtet, dem Nachrichtenmagazin „Wirtschaftswoche“: „Die Kosten für Endverbraucher steigen seit zehn Jahren und alle Indikatoren zeigen weiter stark nach oben“. Diese Entwicklung macht es zunehmend schwer zu begründen, weswegen weiterhin diverse Industrieunternehmen von der EEG-Umlage befreit bleiben sollen. Durch eine bessere Kostenverteilung wäre es möglich die Belastung für den Verbraucher um einiges zu reduzieren. Dies würde sich auf den Konsum in anderen Branchen niederschlagen und womöglich positive Wirtschaftseffekte haben.

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