Drohende Umweltveränderungen durch vermehrte Produktion von Biotreibstoffen in den USA

Biotreibstoffe befinden sich immer wieder in der Kritik. Die als umweltfreundlich geltenden Treibstoffe sollen auf klimaschützende Art und Weise die herkömmlichen Treibstoffe wie Benzin und Diesel ersetzen, doch Umweltschützern ist schon lange bewusst, dass sich hinter der Gewinnung der Treibstoffe Tatsachen verbergen, die ganz und gar nicht umweltbewusst und sogar umweltschädigend sein können. Nicht nur in Deutschland hat der Anbau von Mais und anderen Nutzpflanzen, die zur Gewinnung von Biotreibstoff nötig sind, Kritiker aufgescheucht. Auch in den USA werden die Veränderungen beim Anbau und damit des Landschaftsbildes immer kritischer beäugt.

Im Jahr 2011 wurde in den USA zum ersten Mal mehr Mais zu Bioethanol verarbeitet als zur Tierfütterung verwendet. Die  Anzahl der Mais- und Sojafelder ist enorm angestiegen. Der so genannte westliche Maisgürtel der USA, zu dem beispielsweise die Bundesstaaten Iowa, North und South Dakota, Nebraska und Minnesota gehören, ist von den Veränderungen besonders betroffen. Immer mehr Anteile der Prärie werden in Äcker umgewandelt, denn die wachsende Nachfrage will befriedigt werden. Zudem sind durch die hohe Nachfrage die Preise gestiegen, so dass die Landwirte ein gutes Geschäft wittern.

Hinter dem Geldaspekt bleibt die Natur wieder einmal auf der Strecke. Zwischen 2006 und 2011 sind im westlichen Maisgürtel bereits 5300 Quadratkilometer Grünflächen verloren gegangen. Experten sprechen von der größten Umwandlung seit den 30er Jahren und vergleichen den Umschwung mit dem Abholzen der Regenwälder in Brasilien oder Indonesien in den 80er und 90er Jahren. Dürren und Bodenerosion sind die Folgen von den neuen Anbaustrategien der Landwirte. Diese nehmen die Veränderungen aber in Kauf, wenn sie dafür hohe Gewinne erzielen können. Besonders die noch existierenden Feuchtgebiete sind gefährdet, in denen zahlreiche Zug- und Wasservögel nisten, die das hohe Gras als Schutz vor Feinden nutzen. Mehr von der Prärie dürfe nicht verschwinden, da sind sich Experten sicher.

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