Deutschland als Vorbild für Japan

Seit vor über einem Jahr die Katastrophe von Fukushima passierte, hat Japan ein massives Energieversorgungsproblem. Als im März 2011 ein Tsunami die Küste Japans traf und dabei auch das Kraftwerk Fukushima Daiichi teilweise zerstörte, wonach es zu einer Kernschmelze und mehreren Explosionen in den Reaktoren kam, änderte sich schlagartig in vielen Köpfen die Meinung zur Atomkraft.

In Deutschland hatte der Vorfall von Fukushima sogar zur Folge, dass man den endgültigen Atomausstieg des Landes nur wenige Monate später beschloss. Auch in Japan selbst stehen seit dem Unglück die meisten der 50 Atomkraftwerke des Landes still. Dies hat zur Folge, dass die Energieversorgung in Teilen des Landes massiv zu wünschen übrig lässt. Die Stromerzeugung durch Atomkraft betrug immerhin über 30 Prozent, die jetzt einfach wegfallen.

Da die Atomkraftwerke Japans noch immer Überprüfungen und Stresstests unterzogen werden und es noch gar nicht feststeht, ob das Land jemals wieder so zur Atomkraft zurückkehren wird, wie vor dem Unglück, hat man sich Deutschland als Vorbild genommen und möchte nach dem gleichen Schema die erneuerbaren Energien ausbauen, um so die Energieversorgung zu unterstützen.

Bisher haben Wind- und Solarenergie in Japan noch keine große Rolle gespielt. Fehlende Investitionsanreize führen dazu, dass im Moment weniger als ein Prozent des Stroms durch Solaranlagen produziert wird.

Die Kosten für die japanische Energiewende sollen, ebenso wie in Deutschland, die Stromverbraucher tragen. Diese würden auf die Stromrechnungen aller Verbraucher umgelegt werden. Investoren sollen so mit Einspeisevergütungen ins Land gelockt werden. Ab Juli soll diese neue Regelung in Kraft treten.

Einspeisevergütungen würden dann zu Beginn erst einmal bei rund 40 Cent pro Kilowattstunde liegen. Es klingt nach einem richtigen Schritt, doch wie lange es dauern wird, bis man durch diese Maßnahmen die ausfallenden Atomkraftwerke ersetzen kann, weiß derzeit noch keiner.

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