Deutscher Ökostrom in norwegischen Speicheranlagen?

Wenn die Deutschen es wirklich erfolgreich schaffen wollen, dass ihre Energiewende innerhalb der nächsten zehn Jahre problemlos über den Tisch geht, dann wird noch einiges passieren müssen.

Bis zum Jahr 2022 werden nicht nur alle Atomreaktoren des Landes abgestellt sondern auch viele alte Kohle- und Gaskraftwerke. Das heißt, dass die erneuerbaren Energien wie Wind- oder Solarkraft einen großen Teil der deutschen Stromversorgung übernehmen müssen.

Hier stellt sich eines der größten Probleme der Energiewende heraus. Denn bekanntermaßen sind Wind und Sonne in Deutschland nicht gerade die zuverlässigsten Naturkräfte. Im Norden weht etwas mehr Wind, im Süden scheint die Sonne etwas stärker, aber auch im Norden gibt es Solarparks und im Süden Windanlagen.

Um die Schwankungen bei der Versorgung mit Wind- und Solarkraft abzufangen, müssen Speicherkraftwerke her. So kann an besonders windigen oder sonnigen Tagen der Strom, der sonst überflüssig wäre, eingespeichert werden und zu Zeiten, wenn nicht genug Wind weht oder keine Sonne scheint, für die Stromversorgung genutzt werden.

Ein Prinzip, dass sich jetzt das skandinavische Land Norwegen zu Nutze machen möchte. Mit seinen zahlreichen Pumpspeicherkraftwerken möchte Norwegen zum Akku für Europa werden. In der Theorie ist diese Idee alles andere als schlecht, denn über genug Potential an Wasserkraftwerken zur Speicherung des Stroms und Stauseen verfügt das Land tatsächlich.

Doch hierfür müssten ausreichende Stromkabelautobahnen zwischen Deutschland und Norwegen gelegt werden, unter anderem auch unter der Nordsee. Zudem würde sich bei einem solchen Plan auch Widerstand im Land selbst regen, da neue Talsperren und Leitungen einen zusätzlichen Eingriff in die Natur darstellen würden.

Bisher gibt es zu den Plänen keine konkreten Aussagen der Regierungen. Es wäre eine große Hilfe, wenn diese in die Tat umgesetzt werden könnten, doch wären sie auch mit sehr viel Arbeit und Kosten verbunden.

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