Deutsche halten nicht viel von ihren Stromversorgern

Die deutschen Stromversorger konnten bei ihren Kunden eigentlich noch nie ein besonders hohes Ansehen genießen. Dies scheint sich auch im Zuge der Energiewende nicht geändert zu haben, wie eine repräsentative Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen für den Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) zu Beginn des Jahres gezeigt hat. Die Ergebnisse der Umfrage wurden erst kürzlich veröffentlicht und sie zeigen ganz klar, dass die deutschen Stromversorger nicht gut dastehen, ganz im Gegensatz zur Solarwirtschaft.

Die Solarbranche erzielte beim Image Ranking der verschiedenen Wirtschafts- und Industriezweige den zweiten Platz. Vor ihr liegt nur das Handwerk auf Platz eins. Doch woran liegt es, dass gerade die Solarbranche bei den Verbrauchern so beliebt ist? Immerhin müssen diese für die drei Prozent Strom aus Photovoltaikanlagen jedes Jahr Milliardenbeträge zahlen. Anzunehmen ist, dass die Bevölkerung angesichts der Energiewende die erneuerbaren Energien als enorm wichtig einstuft, egal zu welchem Preis. Die klassischen Stromversorger landeten nämlich nur im unteren Drittel der Platzierungen und das, obwohl sich einige unter ihnen bereits offen dazu bekannt haben, in Zukunft viel Geld in die erneuerbaren Energien zu investieren und somit die Energiewende so gut es geht zu unterstützen.

Schlechter als die Stromversorger fällt eigentlich nur die Meinung der Deutschen zur Kernkraftindustrie und Mineralölindustrie aus. Die beiden landeten auf den letzten Plätzen des Rankings. Der BDEW selbst zeigt sich betrübt, dass die Energiewende den Stromkonzernen kein besseres Image bescheren konnte. Obwohl die vier deutschen Kernkraftbetreiber zu den wichtigsten Mitgliedern des BDEW gehören, sprach sich der Verband im vergangenen Jahr bereits wenige Wochen nach dem Unglück von Fukushima dafür aus, die deutschen Atomkraftwerke bis spätestens 2020 zu schließen. Die Politik fällte schließlich eine ganz ähnliche Entscheidung, wenn diese auch eine Schließung der Kraftwerke bis 2022 beinhaltet. Inzwischen müssen sich die vier größten Energiekonzerne, die für die Reaktoren in Deutschland verantwortlich sind, mit dem Atomausstieg und der Energiewende auseinander setzen, egal welche Meinung die Deutschen von ihnen haben.

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