Der Fall einstiger Riesen

Die ehemaligen großen Player der Erneuerbare-Energien-Branche ziehen sich langsam aus dem Geschäft zurück. Große Namen wie Bosch oder RWE kommen mit der volatilen Marktsituation die momentan herrscht und den sich ständig ändernden Rahmenbedingungen im erneuerbaren Sektor nicht zurecht.

Der Energiegigant RWE stellt beispielsweise ein Milliardenprojekt vor der britischen Küste ein. Das Windpark-Projekt hätte knapp 3,5 Milliarden Euro gekostet. Die RWE-Ökostromtochter Innogy teilte am Dienstag allerdings mit, dass die Marktbedingungen und unvorhergesehene technische Schwierigkeiten das Projekt „wirtschaftlich nicht sinnvoll“ erscheinen lassen.

Dabei stellte RWE Innogy jedoch klar: „Offshore-Wind ist und bleibt ein strategisch bedeutendes Geschäftsfeld für RWE und Großbritannien spielt dabei eine wichtige Rolle“. Ein symptomatischer Fall für die derzeitigen Entwicklungen in der Branche.

Eine Bestandsaufnahme

RWE ist nicht der einzige „Big Player“ der Schwierigkeiten hat im Ökostromgeschäft Fuß zu fassen. Ganz im Gegenteil, auf lange Sicht möchte man bei RWE das Geschäft mit erneuerbaren Energien sogar ausbauen. Auch wenn momentan noch von Stellenkürzungen die Rede ist.

Dem Großkonzern Bosch geht es weitaus bescheidener. Der Versuch von Bosch im Sektor Solarenergie erfolgreich zu werden ist desaströs gescheitert. Der Konzern will die Sparte, mit ihren knapp 3.000 Mitarbeitern, vollständig schließen. Und das besser jetzt als gleich.

Es begann vielversprechend, der Autozulieferer Bosch übernahm das börsennotierte Unternehmen Ersol und investierte zusätzlich 500 Millionen Euro in den Standort Thüringen. Dies war der Startschuss für Bosch Solar. Seitdem hat Bosch insgesamt 2,4 Milliarden Euro Verlust eingefahren, eine Katastrophe für das Unternehmen. Ein anderer angeschlagener Riese kauft nun das Thüringer Werk von Bosch, Solarworld.

Solarworld selbst befindet sich derzeit noch in der Sanierung, greift aber weiterhin nach den Sternen. Frank Asbeck, Chef von Solarworld sagte zur Übernahme von Bosch Solar: „Die Vereinbarung mit Bosch ist dergestalt, dass ein mehrjähriger Betrieb der Zell- und Modulfertigungsstätten in Arnstadt gesichert werden kann, ohne unsere finanzielle Restrukturierung zu gefährden“.

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