Comeback der fossilen Energieträger: Wo bleibt die Wende?

Zum wiederholten Male steht die europäische Umsetzung der ambitionierten Energiewende in der Kritik. Diesmal kommt der Unruhepol allerdings von außerhalb. Der Fracking – Boom in den USA lässt die europäische Energiewende erneut zum langzeitpolitischen Sorgenkind werden. Doch warum jetzt und warum ist Europa überhaupt vom US – amerikanischen Umgang mit fossilen Energieträgern betroffen? Eine Kausalkette die dort endet, wo es politisch nicht gewollt ist, beim stagnieren der Energiewende.

Ran mit der Kohle

Der Ursprung des Ganzen liegt in der neuen Fördermethode – dem Fracking – welche in den USA gerade eine Blütezeit durchlebt. Die USA erleben dadurch gerade eine Art Comeback auf den internationalen Energieolymp. Der Weg wieder einer der weltweit größten Energieförderer zu werden scheint für die Amerikaner offen zu stehen. Ein Resultat dieser Entwicklung ist, dass die amerikanischen Energiekonzerne vermehrt heimisches Gas zur Endenergieherstellung verwenden. Kohle wird weniger benötigt und kann zu geringen Kosten und demnach adäquaten Preisen exportiert werden. Unter Anderem nach Europa. Hier nehmen die hiesigen Stromerzeuger dieses Angebot dankend an. Ist es doch momentan immer noch um einiges rentabler mit fossilen Brennstoffen Strom zu erzeugen. Was ist aber mit dem Emissionshandel? Sollte dieser nicht die Erzeugung mit fossilen Brennstoffen verteuern. Eigentlich schon, allerdings sind die Preise für Emissionszertifikate gerade so preiswert, dass sich trotz der Zertifikate eine Stromerzeugung mit Kohle lohnt.

Trotz Subventionen auf der Strecke geblieben

Verlierer dieses Dominoeffekts sind die regenerativen Energieträger und ergo die Energiewende selbst. Trotz milliardenschwerer Subventionen haben die erneuerbaren Energien wie Wasser, Wind, Solarkraft und Biomasse noch keinen Fuß auf den Stromhandelsmärkten fassen können. Um eine Energiewende durchführen zu können ist das allerdings unabdingbar. Ohne eine Refinanzierung der Erneuerbaren werden diese auch in Zukunft für die Stromerzeuger wenig lukrativ und damit auch wenig interessant sein. Um dem Wiederaufschwung der fossilen Energieträger und der daraus resultierenden Reaktion des Energiemarktes entgegen zu wirken, sind neue und vor allem marktintegrierte Refinanzierungsmechanismen für die regenerativen Energieträger notwendig.

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