Cameron gegen die Windkraft

Während die Energiewende in Deutschland mit einigen Hindernissen, aber doch stetig, vorangetrieben wird, sieht man das Thema in anderen europäischen Ländern sehr viel kritischer. Gerade die beiden großen Atommächte Großbritannien und Frankreich können es sich nicht vorstellen, in naher Zukunft ohne die Atomenergie zu leben.

Präsident Sarkozy, der sich in etwa einem Monat der Wiederwahl stellen wird, begegnete dem Thema sogar beim Wahlkampf seines Herausforderers, der große Einschränkungen der Atombranche fordert. Sarkozy hingegen ist der Meinung, Frankreich ohne Atomenergie sei gar nicht erst vorstellbar.

Großbritannien, wo rund ein Fünftel des Stroms aus Nuklearenergie gewonnen wird, ist nun sogar noch einen Schritt weiter gegangen. Neben dem Bau zweier neuer Reaktoren plant die konservative Regierung unter David Cameron sogar, Subventionen für die Windkraft komplett zu streichen.

Auch in Deutschland wird es ab diesem Jahr erhebliche Einschränkungen in der Förderung für alternative Energien geben, doch diese ganz zu streichen, steht derzeit noch nicht zur Debatte.

Cameron will EU Richtlinie kippen

Cameron sieht dies anders. Er ist der Meinung, Atomstrom und Windkraft sollten im freien Wettbewerb zueinander stehen. Dafür will er die Atombranche in seinem Land weiter ausbauen. Hier könnten seine Vorstellungen jedoch mit der EU Richtlinie kollidieren, die besagt, dass bis 2020 20 Prozent des Strombedarfs der EU aus erneuerbaren Energien gewonnen werden sollen.

Doch auch dieses Hindernis stellt für Cameron kein Problem dar, denn er will die Richtlinie einfach kippen. Da AKWs zu den CO2-armen Technologien zur Stromerzeugung zählen, dürften diese weiter gefördert werden, da sie zumindest in diesem Punkt den Klimawandel nicht negativ beeinflussen.

Seine Partei steht geschlossen hinter ihm und seinen Plänen, doch aus dem Parlament ist Gegenwind zu erwarten, besonders von den liberalen Demokraten. Gerade weil Großbritannien eines der windstärksten Länder in Westeuropa ist, verstehen viele nicht, warum der Bau von Windparks dort nicht weiter vorangetrieben wird, anstatt neue Atomkraftwerke zu bauen.

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