Bürgerwindparks als Finanzierungskonzept der Energiewende

Die Ausgaben des Staates für die Energiewende werden immer höher und letztlich über Umlagen auf die Bürger abgewälzt. Andere Konzepte sehen zwar auch eine Bürgerbeteiligung vor, allerdings nicht mittels Abgaben sondern durch freiwillige Finanzierungsbeteiligung.

Diese Konzepte bezeichnet man als Bürgerwindparks oder auch Bürgersolarparks. Neben den positiven Finanzierungaspekten sorgen diese Beteiligungskonzepte auch für eine Steigerung der lokalen Akzeptanz. Denn nicht selten sind es vor allem Akzeptanzprobleme der Bevölkerung, zum Beispiel aufgrund von starken Veränderungen des Landschaftsbildes, die Windpark- oder Solarparkprojekte scheitern lassen.

Finanzieller Ausgleich und Mitspracherecht

Um den zumeist negativ empfundenen Landschaftsbildveränderungen eine positive Seite gegenüber zu stellen, werden finanzielle Ausgleichsmechanismen und ein Mitspracherecht in die Bürgerbeteiligungskonzepte integriert. Letztlich ist eine Vielzahl an Akteuren bei Projektplanung, Finanzierungsplanung, Umsetzung sowie Betriebsführung beteiligt.

Der Bürger selbst wird ab dem Projektschritt der Finanzierungsplanung ins Boot geholt. Dies erfolgt durch gezielte Einwerbung von Eigenekapital bei den Bürgern. Durch Renditegewinne im Zuge des Betriebs der Anlage können die Bürger später relativ hohe Rückzahlungen erwarten. Weiterhin beteiligt sind Banken, Planungsbüros, externe Dienstleister, regionale Initiativen als Projektträger und die Kommune.

Vor allem für die Gemeinden ergeben sich durch diese Konzepte zusätzliche Einnahmemöglichkeiten. Daher dass der Sitz des Unternehmens, was im Zuge des Bürgerwindparks gegründet wird, zumeist die Standortgemeinde selbst ist, ergeben sich höhere Einnahmen aus der Gewerbesteuer. Damit steigert man die regionale Wertschöpfung. Zudem steigert sich das Steueraufkommen durch den gemeindlichen Anteil der Einkommenssteuer weil die ansässige Bevölkerung beteiligt wird.

Bekannte negative Auswirkungen bleiben trotzdem erhalten

Allerdings lassen sich die bekannten negativen Konsequenzen von Windparks auch durch eine Bürgerbeteiligung nicht vermieden. Dies betrifft Geräusch- und Lichtemissionen, Bodenversiegelungen und Veränderungen im Landschaftsbild. Zusätzlich hinzu kommt ein gesteigertes Risiko durch die Kreditaufnahme, da die Banken dazu neigen, sich vermehrt in diesem Wirtschaftsbereich zu spezialisieren und daher auch Risiken anderer Parks übernommen werden müssen. Vor allem dann wenn die Akteure ungleichmäßige Anteile tragen.

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